Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2024
Der Inhalt:
Artikel vorlesen lassen

Film-Tipp
Keine Zeit!

von Birgit Roschy vom 05.03.2024
Ein Bahnstreik crasht den Alltag der alleinerziehenden Mutter im Film »Julie – Eine Frau gibt nicht auf«. Und die Babysitterin droht mit dem Jugendamt.
Täglicher Balanceakt: Julie ist alleinerziehende Mutter und berufstätige Pendlerin. (Foto: fugu-films.de)
Täglicher Balanceakt: Julie ist alleinerziehende Mutter und berufstätige Pendlerin. (Foto: fugu-films.de)

Kino. Im Dezember 2019 wurde in Frankreich der öffentliche Nahverkehr durch einen Streik lahmgelegt. Das liefert die Rahmenhandlung für dieses sich über eine Woche erstreckende Sozialdrama. Erzählt wird der tägliche Balanceakt einer alleinerziehenden Mutter und Pendlerin. Julie lebt mit ihren Kindern in einem Haus in der Provinz fernab der Hauptstadt, arbeitet jedoch als Zimmermädchen in einem Pariser Luxushotel. Ihr Tag beginnt nachts, wenn sie ihre beiden Kinder weckt, versorgt und bei einer genervten älteren Frau abliefert, die jenseits der Schulstunden auf sie aufpasst. Mal rennend, mal verzweifelt auf Bahnsteigen wartend, versucht sie wie Tausende andere, zu ihrer Arbeit zu gelangen. Dort geht der Kampf gegen die Uhr weiter. Ein weiteres Problem – davon abgesehen, dass sie pleite ist, weil ihr Mann »vergisst«, Unterhalt zu zahlen – bahnt sich an: Julie will während der Arbeitszeit heimlich zu einem Vorstellungsgespräch, um eine ihrer Qualifikation entsprechende Stelle zu bekommen. Immer lächeln!

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 05/2024 vom 08.03.2024, Seite 55
Mehr Waffen oder mehr Worte?
Mehr Waffen oder mehr Worte?
Über Wege zum Frieden in der Ukraine
4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper

In diesen Film, der an einen Thriller erinnert, wird man hineingezogen und taucht vollkommen in Julies Erleben ein. Doch Julie ist nicht nur Opfer, sondern eine Kämpferin. Sie will sich nicht mit ihrem prekären Status bescheiden. Die Hilfsbereitschaft anderer nutzt sie bis zum äußersten aus und bringt durch ihre Tricksereien andere in die Bredouille. Als aber die Stricke ihres brüchigen Sicherheitsnetzes reißen und die Babysitterin das Wort »Jugendamt« in den Raum wirft, scheint diese Heldin des Alltags zu kapitulieren. Das preisgekrönte Drama »Julie – Eine Frau gibt nicht auf« über die handfesten Herausforderungen eines Frauenlebens im 21. Jahrhundert ersetzt viele Bücher über Feminismus und Zeitstress.

Kommentare und Leserbriefe
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette.
Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00