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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2018
Gott und die Frauen
Das Erbe der Feministischen Theologie
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Michael Nast
Generation Beziehungsunfähig
Edel. 240 Seiten. 14,95 €

Michael Nast hat den Nerv der Zeit getroffen. Tausende Frauen pilgern zu seinen Veranstaltungen, sein Buch hielt sich wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Der 1975 geborene Autor beschreibt das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Zumindest tut er so. Im Plauderton erzählt Nast von der Dating-App Tinder, vom Phänomen der Mingles (früher hieß das mal »Freund mit gewissen Vorzügen«), aber auch von der Hilflosigkeit einer ganzen Generation. Das Buch liest sich wie ein Gespräch unter Freunden, es besteht aus Alltagsbeobachtungen, der Ton ist flapsig. Man bleibt hängen – vor allem aus einer Art Sensationslust heraus. Denn die Zwanzig- bis Vierzigjährigen, wie Nast sie beschreibt, sind kollektiv gestört: Bindungsunfähig, spätpubertär, unentschieden. Dass grob verallgemeinert wird und das Buch stilistisch nicht mit ähnlichen Werken mithalten kann (zum Beispiel »Generation Maybe« von Oliver Jeges), kann man kritisieren. Die Lektüre lohnt dennoch. Elisa Rheinheimer-Chabbi

Mathias Greffrath (Hg.)
Re: Das Kapital
Kunstmann. 240 Seiten. 22 €

Hilft »Das Kapital« von Karl Marx, die Wirtschaftskrisen des 21. Jahrhunderts besser zu verstehen? Haben Ökonomen mittlerweile einen ideologisch entspannteren Blick auf Marx? Der Journalist Mathias Greffrath bejaht beides. An Marx fasziniert ihn dessen breite Analyse wirtschaftlicher Dynamik, aus der sich heute noch Strategien entwickeln ließen, etwa wider ungleich verteilten Wohlstand oder Raubbau an Mensch und Natur, wider geballte Marktmacht oder enthemmte Finanzgeschäfte. Weder ihm noch den zehn Autoren des Sammelbands steht der Sinn nach Revolution. Sie teilen mit Marx eher eine Vision, als dass sie aus seinen Ideen ein konkretes Wirtschaftsmodell entnehmen. Überzeugend ist das Buch vor allem dort, wo sie ihre Gedanken in eigene Worte fassen – leider ohne zu einer zentralen, »ordo-liberalen« Frage vorzustoßen: Wie können Marktkräfte demokratisch, sozial und ökologisch gesteuert werden? Wie lassen sich widerstreitende Interessen ausbalancieren? Für jedes Einzelproblem fände sich gewiss eine alternative Lösung, nur keine, die sich den

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