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360-Grad-Panorama Antarktis
Wo der Mensch nichts zu suchen hat

Eintauchen in die Welt der Antarktis – über und unter dem Wasser: Im neuen 360-Grad-Panorama »Antarktis« von Yadegar Asisi in Leipzig ist das möglich – ganz ohne kalte Füße. Was verändert sich dort, wenn es Nacht wird?
von Katrin Schreiter vom 11.02.2026
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(Foto: Tom Schulze Leipzig-Germany)
(Foto: Tom Schulze Leipzig-Germany)

Ausstellung. Pinguine watscheln übers Eis, ein Wal hebt seine Fluke, mit donnerndem Getöse kalbt ein Gletscher. In Yadegar Asisis neuem 360-Grad-Panorama »Antarktis« stehen die Besuchenden mitten in einer Welt aus Eis und Schnee, Wasser und Himmel. Im Leipziger Panometer, einem alten Gasspeicher, spannt sich das Rundbild auf 3 500 Quadratmetern Stoff, 32 Meter hoch. Die Wände zieren riesige Gletscher und ein Meer aus Eisschollen. Seelöwen und Pinguine dösen auf den Felsen, das Wrack eines Walfängers erzählt von einem dramatischen Unglück, Forscherteams sind mit Schlauchbooten unterwegs. Die Küstenlandschaft leuchtet in Weiß, Blau und Violett. Eine Wasserlinie teilt die Welten: Oberhalb dominieren Felsen und Eis unter klarem Himmel, darunter öffnet sich der Blick in die Tiefe des Meeres, durch die Wale und Robben gleiten. Innerhalb von 15 Minuten erleben die Besuchenden einen Beleuchtungswechsel von Tag zu Nacht, begleitet von eigens komponierter Musik und Originalgeräuschen aus der Antarktis. Wer auf der zentralen Plattform steht, kann beobachten, wie sich Stimmung und Farben langsam verändern. »Mich hat diese wahnsinnige Schönheit beeindruckt«, erzählt der Künstler Asisi. Für sein neues Werk hat er »die wohl lebensfeindlichste, aber auch faszinierendste Region unseres Planeten« zweimal bereist. Er arbeitete fast zehn Jahre am Panoramabild. Seit 2003 realisiert er riesige 360-Grad-Panoramen.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 3/2026 vom 13.02.2026, Seite 55
Trotzdem mit der Ruhe
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Warum Gelassenheit uns weiterbringt

Ergänzt wird sein Rundbild durch eine sehenswerte Ausstellung, in der neben Malereien, Projektionen und Fotografien auch Originalexponate zu sehen sind – darunter zwei Eier eines Kaiserpinguins und ein winziger Krillkrebs. Thematisiert werden Geologie, Klima, Ökosysteme und die Geschichte der Antarktisforschung. Zugleich warnt die Ausstellung davor, dass mit der wissenschaftlichen Annäherung des Menschen an diese Region seine Begehrlichkeiten wachsen. Und sie stellt die Frage: Wem gehört die Antarktis?

Der Künstler zeigt die Antarktis deshalb nicht als Sehnsuchtsort, sondern als schützenswerten Lebensraum, in dem der Mensch keinen Platz hat. Das Panorama versteht sich als Appell, den Blick für die Verletzlichkeit der kältesten Region der Erde zu schärfen.

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