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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2020
Geht doch!
Der Synodale Weg der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Raus aus der Tabuzone

von Viola Rüdele vom 14.02.2020
Mit Witz und Leichtigkeit befasst sich die Graphic Novel »Rot ist doch schön« mit dem Thema Menstruation

Menstruation zählt nicht zu den klassischen Small-Talk-Themen. Das hat auch Lucia Zamolo während ihres Studiums festgestellt. »Erstaunlicherweise haben wir in unserer WG erst angefangen, locker über unsere Periode zu sprechen, als der einzige Junge ausgezogen ist«, erzählt sie. Das Thema hat die Design-Studentin nicht mehr losgelassen. Und so machte sie sich für ihre Bachelorarbeit auf die Suche nach den Gründen, warum Menstruation mit einem gesellschaftlichen Tabu belegt ist. Herausgekommen dabei ist die Graphic Novel »Rot ist doch schön«.

Im Buch lässt Zamolo die Icherzählerin von ihren Erfahrungen mit ihrer Menstruation erzählen. Die krakelige Schrift, die liebevollen Zeichnungen – zum Teil wie von Kinderhand – und viele umgangssprachliche Wendungen erinnern an das Tagebuch eines jungen Mädchens. Die Leserinnen und Leser kommen der Protagonistin somit ganz nah. So anschaulich wie Zamolo eine Menstruation beschreibt, eignet sich das Buch auch als modernes und sehr liebevolles Aufklärungsbuch. Für die kreative Gestaltung hat die Grafikerin den Serafina-Nachwuchspreis Illustration 2019 erhalten.

Ganz nebenbei und locker webt Zamolo Wissenswertes aus Geschichte und Medizin in die Texte ein. Die Autorin informiert zum Beispiel darüber, was Wissenschaftler wie Hippokrates früher über die Menstruation dachten. Mit Witz und Fakten entlarvt sie Vorstellungen von Menstruierenden als unrein oder giftig als »Humbug«. Und so fragt die Icherzählerin: »Wie wäre wohl alles gekommen, wenn Männer menstruieren würden?«

Lucia Zamolo geht es um einen realistischen Blick auf Menstruation. In ihren Zeichnungen dominiert die Farbe Rot – anders als bei vielen Verpackungen von Hygieneartikeln für die Menstruation, die meist in aseptischem Blau gehalten sind. Zamolo klärt zudem über die negativen Seiten der Menstruation auf: Schmerzen, schlechte Laune, Pickel. Auch das soll kein Tabu bleiben, damit sich in Zukunft keine menstruierende Person mehr mit Kommentaren wie »also jeder hat doch mal Bauchschmerzen« herumschlagen muss.

Das Buch wählt geschickt den Weg über Bilder, um ein Tabuthema zugänglich zu machen – auch für alle, »die noch nie eine Menstruation hatten und nie haben werden«. Offen und ganz ohne peinlich zu sein, nimmt »Rot ist doch schön« männlichen Lesern ihre Berührungsängste. Und junge wie auch ältere Frauen werden in dem Buch ermutigt, selbstbewuss

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