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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2020
Geht doch!
Der Synodale Weg der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Kleine Tasse, große Wirkung

von Viola Rüdele vom 14.02.2020
Menstruationstassen werden immer beliebter: Sie sind umweltfreundlich, sparen Geld – und erleichtern das Leben von vielen Frauen in armen Ländern

Frauen, wenn sie ihre Menstruation bekommen, nutzen meist Binden oder Tampons. Diese Produkte sind zwar praktisch, erzeugen jedoch jede Menge Müll. Außerdem kosten sie jeden Monat Geld. Für viele Menschen mögen das vertretbare Kosten sein. Doch gerade in armen Ländern sind solche Hygieneprodukte oft zu teuer oder schlicht nicht verfügbar. Auch in England und den Niederlanden haben laut Studien von Plan International zehn Prozent der jungen Frauen nicht jeden Monat genug Geld für Hygieneprodukte. Aus Scham verwenden daher viele Frauen alte Socken, Gras oder Zeitungspapier, um ihr Menstruationsblut aufzufangen – und gefährden damit ihre Gesundheit. In Ländern wie Indien oder Nepal können viele Schülerinnen während ihrer Periode nicht zur Schule gehen.

Seit Kurzem kommt aber ein anderes Hygieneprodukt in Mode, das keinen dieser Nachteile hat: die Menstruationstasse. Das Menstruationsblut wird dabei direkt in der Vagina von einer kleinen »Tasse« – oder besser gesagt Becher – aufgefangen. Diese Gefäße sehen aus wie winzige lustige Pudelmützen aus Kunststoff. Es gibt sie in verschiedenen bunten Farben. Die Tasse ist aus elastischem Material, meist Silikon. Zum Einführen wird sie etwas zusammengedrückt, entfaltet sich dann im Inneren und passt sich flexibel an die Scheidenwand an. Zum Herausnehmen drückt frau sie dann wieder ein wenig zusammen und kippt das aufgefangene Blut in den Abfluss.

Das mag im ersten Moment eklig klingen, schließlich hält frau beim Leeren ein Gefäß mit dem eigenen Blut in der Hand. Diese Abwehr liegt wohl vor allem an einem gesellschaftlich konstruierten Tabu (siehe Artikel links). Wenn man sich aber die Vorteile der Tassen vor Augen führt, überrascht es, dass dieser schlichte Hygieneartikel sich nicht schon viel früher durchgesetzt hat. Denn schon in den 1930er-Jahren hat die US-amerikanische Schauspielerin Leona Chalmers ein Patent dafür angemeldet.

Dass die kleine Tasse so lange unbekannt blieb, mag daran liegen, dass man mit ihr viel weniger Geld verdienen kann als mit den herkömmlichen Wegwerfprodukten. Eine Tasse kostet je nach Hersteller zwischen fünfzehn und dreißig Euro. Das ist in etwa so viel, wie Frauen in Deutschland durchschnittlich in einem Jahr für Tampons und Binden ausgeben. Einmal gekauft, hält die Tasse dann aber etwa zehn Jahre lang – ganz ohne weiteren Müll zu produzieren. Dass sie jetzt l

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