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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Das Geheimnis der Bitcoins

von Wolfgang Kessler vom 26.01.2018
Wie das digitale Zahlungsmittel funktioniert, wem es nutzt und warum es gefährlich werden kann

Bitcoins sind in aller Munde, seit der Wechselkurs des digitalen Zahlungsmittels gegenüber Euro oder Dollar rasant gestiegen ist. Allerdings verdeckt die Debatte über das Spekulationsobjekt Bitcoin den Streit darüber, wie sinnvoll Bitcoins sind. Und dieser Streit ist hart: Die einen halten das digitale Zahlungsmittel für den ersten Schritt zu einem freiheitlichen Geldwesen ohne Kontrolle durch Banken und Staat. Für die anderen werden Bitcoins immer mehr zum Wurmfortsatz des Finanzkapitalismus – und zur Gefahr für das Ökosystem.

Das Wort »Bitcoin« setzt sich aus dem Begriff für digitale Dateneinheiten (Bits) und dem englischen Wort für Münzen zusammen: Coins. Bezahlt wird jedoch weder mit Münzen noch mit Scheinen, sondern mit Dateneinheiten. Wer eine Rechnung begleichen will, muss mithilfe eines Softwareprogramms im Web eine digitale Geldbörse (Fachterminus: Wallet) erstellen, mit anonymer Adresse.

Will ein Nutzer Geld überweisen, loggt er sich ein und gibt die Menge an Bitcoins an, die an eine Empfängeradresse gesendet werden soll. Die Information über diese Transaktion geht an das Netzwerk der Bitcoin-User. Dieses Netzwerk bezeugt die Echtheit der Transaktion: Sie wird dann – digital – in einer Blockkette (Blockchain) gespeichert (angeblich sicher vor Hackern), sodass jede Transaktion im Netz immer nachvollziehbar ist, ohne die Namen der Beteiligten. Da diese Transaktionen auf Verschlüsselung, also auf Kryptografie, beruhen, werden Bitcoins und andere digitale Zahlungsmittel auch als »Kryptowährungen« bezeichnet.

Wie kommt man zu Bitcoins? Zum einen, indem man bei einem Makler via Internet Euro oder Dollars in Bitcoin tauscht. Der Preis lag Mitte Januar bei knapp 12 000 Euro pro Bitcoin. Dazu kommt eine andere, sehr komplexe Möglichkeit: Die oben erwähnte Prüfung der Echtheit von Transaktionen durch die Bitcoin-Gemeinde geschieht über hochkomplizierte Rechenaufgaben. Der Computer, der sie löst, erhält dann Bitcoins. Diesen Vorgang vergleichen die Nutzer mit dem Schürfen von Gold und nennen ihn Mining. Um grenzenloses »Gelddrucken« zu vermeiden, ist die Ausgabe von Bitcoins auf insgesamt 21 Millionen Werteinheiten beschränkt, derzeit sind gut 16 Millionen in Umlauf. Die absehbare Knappheit und die Aussicht auf Wertsteigerung

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