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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Leben ist wichtiger als zu überleben

Roman. Was passiert, wenn man sich für unverwundbar hält? »›Das kannst du nicht machen, Klara. Das ist Wahnsinn‹. ›Ich sterbe schon nicht, Simon‹. ›Woher zum Teufel willst du das wissen?‹ ›Weil ich es weiß‹«. Klara steckt die Mappe in ihre Tasche und zieht den Reißverschluss zu. »›Ich weigere mich einfach.‹ ›Genau‹, sagt Simon. ›Wie jeder, der je gelebt hat‹«. Der Roman »Die Unsterblichen« spielt im Sommer 1969 in New York. Die vier Geschwister Varya, Simon, Daniel und Klara Gold, Sprösslinge einer jüdischen Einwandererfamilie, besuchen eine Wahrsagerin, um sich die Langeweile zu vertreiben – und weil sie wissen wollen, ob es stimmt: Dass die Zigeunerin weiß, an welchem Tag sie sterben werden. Tatsächlich prophezeit sie jedem der Geschwister in einem geheimen Gespräch den genauen Zeitpunkt seines Todes – und überlässt die vier Kinder anschließend ihrem Schicksal.

Chloe Benjamin widmet jedem der vier Lebenswege ein eigenes Kapitel und erzählt, was die Geschwister mit ihrem Wissen anfangen, wieso sie die Prophezeiung verfluchen oder missachten – und mit diesem Wissen dennoch Entscheidungen treffen, die zwangsläufig zu dem angekündigten Tod führen. Oder scheint es nur so? Während sich die beiden Geschwister, die ihren Tod früh erwarten, ins Leben stürzen und es mit allen Sinnen auskosten, nimmt der Rausch der Lebendigkeit bei den anderen beiden immer weiter ab. Daniel verliert sich in Zwangshandlungen, und Varya, die sich der Altersforschung widmet, verliert über ihren Experimenten zu lebensverlängernden Maßnahmen fast den Kontakt zu sich selbst und anderen. »Was für ein Schwachsinn, unser Überleben wichtiger zu nehmen als unser Leben. So als könnten wir das eine oder das andere kontrollieren«: D