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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Buch des Monats: Geburt einer neuen Epoche

Wie stark starke Frauen wirken

Unda Hörner
1919 – Das Jahr der Frauen
Ebersbach & Simon. 250 Seiten. 22 €

2019 ist nicht 1919. Doch es brauchte etwa hundert Jahre, damit einigermaßen selbstverständlich Frauen an die Spitze der beiden großen Parteien in Deutschland gewählt wurden. Erst seit hundert Jahren können sie in Deutschland und Österreich überhaupt wählen und gewählt werden.

Am 19. Januar 1919 wählten Frauen erstmals die erste Deutsche Nationalversammlung mit; in Österreich am 16. Februar 1919 die konstituierende Nationalversammlung Deutschösterreichs. Beide Länder zählten zu den Vorreitern in Europa. Weltweit war 1919 die Demokratische Republik Aserbaidschan der erste mehrheitlich muslimische Staat mit der Einführung eines Frauenwahlrechts, das den Frauen die gleichen politischen Rechte gab wie den Männern.

Nicht nur deswegen ist »1919 – Das Jahr der Frauen«. Unda Hörner, Germanistin und Romanistin, entfaltet in ihrem Buch ein sehr eindringliches, berührendes und inhaltsstarkes Panorama der deutschen Ereignisse. In ihrer stilistisch hervorragenden Erzählung werden die wahrlich bemerkenswerten Frauenpersönlichkeiten sehr gut herausgestellt. So wird deutlich, wie stark ihr Einfluss, ihr Vorbild, ihre Vorkämpferstrategie, ihre Motive und Themen, aber auch ihre Talente und Grenzen – bis heute – gewirkt haben.

Das Buch startet im ersten Jahr des Friedens nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. In den Berliner Ballhäusern ist Hochbetrieb, als mit dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar durch Soldaten der rechtsradikalen Garde-Kavallerie-Schützen-Division ein Fanal für die Weimarer Republik gesetzt wird. Hörner besch