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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 11.01.2019

James Martin SJ
Eine Brücke bauen
Patmos. 224 Seiten. 18 €

Der US-amerikanische Jesuit und Publizist James Martin fragt, »wie die katholische Kirche und schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Menschen zu einer wertschätzenden Beziehung finden« können. Seine Antwort: Nur durch persönliche Kontakte, die von Respekt, Mitgefühl und Empathie geprägt sind. Hass, Diffamierung und Ausgrenzung, die es auf beiden Seiten gebe, seien keine christlichen Haltungen. Die kirchenamtliche Sexualmoral, die homosexuelle Handlungen als Sünde verurteilt, wird in dem Buch ausdrücklich nicht diskutiert. »Mir geht es um Dialog und Gebet«, schreibt Martin, der zugibt, dass sein Appell für viele Schwule und Lesben eine Zumutung sein könne, weil sie sich von Kirchenvertretern tief verletzt fühlen. Zur Gewissenserforschung stellt Martin biblische Texte vor, die zeigen, dass Jesus niemanden ausgegrenzt hat, gerade jene nicht, die aus welchen Gründen auch immer an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Als »Geleitwort« hat der Verlag ein Interview mit dem Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz geführt, der bekennt, durch die Begegnung mit dem Projekt »Schwul und katholisch« seine ablehnende Haltung gegenüber Lesben und Schwulen aufgegeben zu haben. Jetzt tritt der Kirchenmann für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ein. Hartmut Meesmann

Thilo Bode
Die Diktatur der Konzerne
S. Fischer. 238 Seiten. 18 €

Der frühere Geschäftsführer von Greenpeace provoziert mit diesem Buch, teils überzieht er auch. Dennoch sei es empfohlen: Thilo Bode spricht eine Vielzahl gefährlicher Entwicklungstendenzen an und thematisiert deren Hintergründe, die schockierend sind. Es drohe eine Wiederkehr des Feudalismus. Marktwirtschaft, »wie sie einmal gedacht war«, verwandle sich in eine »Machtwirtschaft«, in einen industriell-politischen Komplex. Die politische Einflussnahme global aufgestellter Unternehmen gehe weit über traditionelles Lobbying hinaus – in der Umwelt- und Energiepolitik, bei der Nahrungsmittelproduktion, im Bankenwesen und bei der Digitalisierung. Bodes Plädoyer für eine einklagbare Haftung und ein Ende von Straffreiheit ist sinnvoll. Seine Forderung nach einer Gegenmachtbildung in der Zivilgesellschaft über Parteiengrenzen hinaus wird l

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