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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2020
Der Inhalt:
Politik & Gesellschaft

Zugriff im Namen der Autobahn

In Hessen soll die A 49 durch ein Trinkwasserschutzgebiet gebaut werden. Seit einem Jahr versuchen Aktivisten im Dannenröder Forst bei Marburg einen Kahlschlag dafür zu verhindern. Die Räumung steht bevor. Ein Besuch im Wald.
von Bernd Müllender vom 23.09.2020
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Sägen für den Forst (Foto: Teichmann)
Sägen für den Forst (Foto: Teichmann)
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Es riecht feucht hier im Wald, und es ist überraschend kühl trotz der Spätsommerhitze draußen. Auf den ausgetrockneten Böden erhebt sich ein verwunschen enger Mischwald aus Kiefern und riesigen Fichten, vor allem aber Stieleichen und Hainbuchen. Auf einer Lichtung ein Gärtchen mit Kürbissen, Feuerbohnen, Tomaten, Mais: Angelegt wurde er von Waldbesetzern – bis vor Kurzem waren es gut hundertfünfzig, mittlerweile sind es mehrere hundert. Sie leben in an die hundert Baumhäusern in kleinen Siedlungen. Diese »Barrios« heißen »Oben« oder »Drüben«, »Unterwex« oder »Nirgendwo«.

Wir sind im mittelhessischen Dannenröder Forst, zwanzig Kilometer östlich von Marburg. Das Idyll soll weg. Mitten hindurch soll eine Autobahntrasse für die A49 gefräst werden, mitten in Zeiten der Klimaerhitzung, mitten durch ei

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J. Biehm 07.10.2020, 06:57 Uhr:
Inzwischen ist die Situation eskaliert.
Wer die Menschen aus dem Dannenröder Wald kennengelernt hat, wird festgestellt haben, dass diese sehr jungen Menschen unglaublich hohe Standards im achtsamen Umgang miteinander und mit der Umwelt - besser gesagt Mitwelt - haben. Dass sie sich ernsthaft um die Zukunft sorgen und Alternativen versuchen zu leben. Alternativen, die sie unserem „Krieg“ gegen unsere Kinder und Kindeskinder entgegensetzen.

Das tragische ist, dass diese Alternativen nicht mehr glaubhaft in der Politik vertreten sind, besonders nicht in Hessen.
Welcher Partei sollen die vielen Jugendlichen, die wöchentlich auf die Straße gehen, ihre Sorge um den Klimawandel anvertrauen? Den Grünen, die mit Hilfe von knüppelnden Polizisten Autobahnen bauen und das als Demokratie verkaufen?

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