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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2020
Gott der Gegenwart
Was Christen heute zu sagen haben
Der Inhalt:

»Ich habe keine Angst«

von Charlotte Sarmont vom 12.09.2020
Sozialprotokoll: Seit den Wahlen in Belarus demonstriert die Studentin Alesia Belarezkaja (20) fast täglich gegen Wahlbetrug und für Demokratie
Bis zur Erschöpfung: Die Studentin Alesia Belarezkaja ist seit vier Wochen fas tjeden Tag in Minsk auf Demonstrationen gegen Wahlbetrug dabei (Foto:privat)
Bis zur Erschöpfung: Die Studentin Alesia Belarezkaja ist seit vier Wochen fas tjeden Tag in Minsk auf Demonstrationen gegen Wahlbetrug dabei (Foto:privat)

Als ich heute Morgen aufwachte, taten mein Kopf, meine Hände und Füße höllisch weh. Das kommt daher, dass ich zurzeit Tag für Tag auf Demonstrationen bin. Dann halte ich in der einen Hand eine weiße Rose, mit der anderen Hand forme ich das Victoryzeichen. Es sind lange, kraftraubende Märsche. Dennoch habe ich auch heute wieder in der Innenstadt gegen den Wahlbetrug, gegen Gewalt und Ungerechtigkeit protestiert. In den vergangenen Wochen habe ich Flugblätter an Wände geklebt, war bei friedlichen Protesten, habe mich in Büschen versteckt und Misshandlungen gefilmt und mit meiner Familie Verbandsmaterial eingekauft, um am Rande der Demonstrationen Hilfe zu leisten.

Wahlbeobachterin bei der Präsidentschaftswahl

Die Nacht nach der Wahl am 9. August kann ich nicht vergessen. Ich war Wahlbeobachterin und habe auf die Resultate in unserem Distrikt gewartet. Wir waren etwa 150 Menschen, die das Wahlprotokoll mit eigenen Augen sehen wollten. Alle mit weißen Bändern. Am Rand saßen Leute mit Funkgeräten, die uns beobachteten und in ihre Funkgeräte sprachen. Kurz darauf habe ich zum ersten Mal mit der Omon Bekanntschaft gemacht. Das ist eine mobile Polizeieinheit, die bekannt ist für ihre Brutalität. Diese Leute ähneln den Dementoren aus den Harry-Potter-Büchern. Sie stiegen die lange Treppe vor dem Gebäude runter, große Männer, ganz in Schwarz und hinter ihnen leuchtete helles Licht. Einer schrie: »Verlasst das Gelände!« Manche riefen zurück: »Warum? Wir sind die Beobachter.« Aber der Mann brüllte einfach nur: »Geht auseinander, die Wahlen sind zu Ende, genauso wie die Demokratie!« Wir trauten unseren Ohren kaum und fragten: »Aber was sollen wir tun?« Als Antwort erhielten wir: »Ge

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