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Eine Art modernes Konzil in Mainz

Um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung geht es den Aktiven aus der kirchlichen Eine-Welt-, Friedens- und Öko-Bewegung, die sich bis zum 4. Mai in der uralten Bischofsstadt am Rhein treffen. Auf Dauergäste und Tagesbesucher warten mehr als einhundert Workshops, Kunst- und Kulturveranstaltungen, interreligiöse Begegnungen und Friedensgebete
von Thomas Seiterich vom 02.05.2014
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Die Welt im Blick: Schwerpunkte der Ökumenischen Versammlung 2014  sind "Heimat Erde", "Solidarisches Wirtschaften", Klimawandel und Gewaltüberwindung (Foto: Collins/Corbis)
Die Welt im Blick: Schwerpunkte der Ökumenischen Versammlung 2014 sind "Heimat Erde", "Solidarisches Wirtschaften", Klimawandel und Gewaltüberwindung (Foto: Collins/Corbis)

Seit zwei Jahren bereitet Peter Schönhöffer gemeinsam mit jungen evangelischen Theologinnen wie Katharina Meckbach oder Lea Seiler, der katholischen Frauenrechtskämpferin Angelika Fromm und anderen Mitstreitern die »oev« vor, die Ökumenische Versammlung in Mainz. »Praktisch alle Arbeit wird ehrenamtlich geleistet, unbezahlt«, sagt der katholische Religionspädagoge Schönhöffer.

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Bei den zurückliegenden Basis-Versammlungen der ökumenischen Bewegung in den 1990er Jahren war der Geist der christlich inspirierten, gewaltfreien Revolution in der DDR vom Herbst 1989 noch sehr lebendig. Der bei den Versammlungen damals gastgebende Erfurter Propst Heino Falcke kann heute Ratschläge geben. Doch wie so viele Veteranen des konziliaren Prozesses kann er aus Altersgründen nicht mehr an einem mehrtägigen Basistreffen teilnehmen.

»Wir haben eine große Geschichte, die wir nicht vergessen, doch wir gehen entschieden in die Zukunft«, sagt der Moderator des Mainzer Treffens, Schönhöffer. Heute gelte es, kreativ und entschieden Widerstand zu leisten gegen die vielfältige Zerstörungsmacht der Geldgier und des Finanzkapitalismus.

Zu einem »Pilgerweg« an die Ränder der Erde hat deshalb der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) auf seinem Welttreffen im südkoreanischen Busan im zurückliegenden Jahr aufgefordert. Auf die Stimmen der Kleinen solle dort gehört werden. Das deutschlandweite Treffen in Mainz versteht sich als eine Etappe dieses Pilgerweges. Martin Robra, der aus Deutschland stammende ÖRK-Vizepräsident, wird die Botschaft mitnehmen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während ihres Treffens in Mainz formulieren werden.

In den mehr als einhundert Workshops geht es darum, die Ursachen von Flucht, seelischer Gewalt und Verwüstung zu analysieren. Doch beim Bescheidwissen bleiben die Ökumenikerinnen und Ökumeniker nicht stehen. Sie beschreiben »die Zukunft, die wir meinen – Zukunft statt Zerstörung« , so der Untertitel ihres Treffens.

Die Oberkirche hat freundliche Grußworte nach Mainz geschickt: Sie stammen etwa von der methodistischen Bischöfin Rosemarie Wenner, dem katholischen Fuldaer Bischof und Pax Christi-Präsidenten Heinz Josef Algermissen, der Lutherjahr-Beauftragten Margot Käßmann und dem Generalsekretär des ÖRK, dem norwegischen Theologen Olav Fykse Tveit.

Die Chancen für ein gelingendes Treffen, stehen gut –, auch dank der gewaltfreien Gesprächs- und Entscheidungsmethoden, nach denen die Versammlung verfahren will.

Ob sie Außenwirkung entfalten wird, hängt aber nicht unwesentlich davon ab, dass sich die Engagierten nicht in persönliche Lieblingsideen verheddern oder in einer friedenskonziliaren Sondersprache versacken.

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Schlagwort: Mainz
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