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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

Nachgefragt: Lässt Europa die Menschen in der Westsahara im Stich?

von Ulrike Scheffer vom 04.12.2019
Die Unabhängigkeitsaktivistin Aminatou Haidar, Trägerin des alternativen Nobelpreises, kritisiert die Repressionspolitik Marokkos, das nach wie vor Teile der Westsahara besetzt.
Aminatou Haidar: Kämpferin für die Freiheit der Sahrauis (Foto: pa/Reuters/Marchante)
Aminatou Haidar: Kämpferin für die Freiheit der Sahrauis (Foto: pa/Reuters/Marchante)

Publik-Forum: Frau Haidar, Sie sind gerade mit dem Right Livelihood Award, auch alternativer Nobelpreis genannt, ausgezeichnet worden. Was bedeutet das für Sie?

Aminatou Haidar: Der Preis ist eine große Ehre für mich. Ich empfinde ihn auch als Entschädigung für Haft und Folter, die ich erdulden musste. Darüber hinaus bedeutet die Auszeichnung eine internationale Anerkennung des Unabhängigkeitskampfes meines Volkes.

Die Westsahara wurde in den 1970er-Jahren von Marokko besetzt. Ein Referendum über die Unabhängigkeit kam nie zustande. Nur ein Teil des Gebietes wird heute autonom verwaltet. Wie ist der aktuelle Stand?

Haidar: Vor zwei Jahren wurde der frühere Bundespräsident Horst Köhler zum UN-Sondergesandten für die Westsahara ernannt. Seither gab es zwei Gesprächsrunden in Genf. Das war ein Hoffnungsschimmer. Aber leider hat Herr Köhler sein Amt im Mai niedergelegt. Ein Nachfolger ist noch nicht benannt.

Wie ist die Situation vor Ort?

Haidar: Marokko setzt seine Repressionspolitik fort. Proteste werden brutal unterdrückt, Aktivisten verhaftet. Die Polizei ist überall präsent. Derzeit gibt es 47 politische Gefangene aus der Westsahara in marokkanischen Gefängnissen, darunter eine junge Mutter zweier Kinder. Internationalen Beobachtern wird der Zugang zum besetzten Gebiet verwehrt. Es ist uns auch verboten, Organisationen zu gründen.

Wie muss man sich das Leben in den besetzten Gebieten vorstellen?

Haidar: Unser Land verfügt über große Rohstoffvorkommen, doch diese werden von Marok

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