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Sally Azar

Die palästinensische Pastorin aus Jerusalem berichtet, wie dort Menschen aller Religionen gegen das Leid in Gaza und der Westbank demonstrieren.
vom 19.05.2026
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Pastorin Sally Azar (Foto: epd-bild/Paul-Philipp Braun)
Pastorin Sally Azar (Foto: epd-bild/Paul-Philipp Braun)

Sally Azar, palästinensische Pastorin an der Erlöserkirche in Jerusalem, berichtet beim Katholikentag in Würzburg von der verzweifelten Situation der Menschen in Gaza. Viele Familien hätten ihre Häuser verloren, der Zugang zu medizinischer Versorgung sei stark eingeschränkt. Seit dem Krieg kämen keine Patientinnen und Patienten mehr aus Gaza in das christliche Krankenhaus nach Jerusalem. Krebspatienten könnten keine Behandlung weiterführen.

Von den rund 500 Mitgliedern ihrer Gemeinde in Jerusalem seien viele familiär mit Menschen in Gaza verbunden. »Wir fühlen uns hilflos. Obwohl wir so nah an Gaza sind, können wir sie nicht erreichen«, sagt die Pastorin, deren Gemeinde zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land gehört.

Aber auch für die palästinensischen Christinnen und Christen in Israel und der Westbank werde die Lage immer schwieriger, so dass immer mehr auswanderten. Ehen, bei denen die Eheleute unterschiedliche Identitätsdokumente hätten, für die Westbank oder für Jerusalem, könnten sich nicht ungehindert bewegen und müssten mit Kontrollen der israelischen Behörden rechnen. Für palästinensische Studierende an der Hebräischen Universität gäbe es keine Meinungsfreiheit; sie dürften sich nicht frei zur politischen Lage im Land äußern.

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Von den Christinnen und Christen in Deutschland forderte Azar, dass »sie uns zuhören, zu uns Kontakt suchen, sich bei uns melden, wenn sie uns besuchen.« Und: »Bringt Eure Probleme nicht zu uns, wir haben genug.« Antisemitismus und die Kritik an der gegenwärtigen israelische Regierung seien zwei verschiedene Dinge. Sie erlebe bei Deutschen die Angst, das Wort Palästina auszusprechen.

Hoffnung gebe ihr, wenn christliche Theologinnen und Theologen mit Rabbinerinnen und Rabbinern gemeinsam ihre Stimme erheben wie beim interreligiösen Marsch in Jerusalem am 18. Mai: Man demonstriere gemeinsam gegen die Regierung und den Krieg in Gaza. »Unsere Religionen sind nicht für Gewalt, da sind wir uns einig.«

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