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Dagmar Pruin

Die Präsidentin von Brot für die Welt macht sich Sorgen über Freiheitsverluste der Zivilgesellschaften weltweit: Repressionen und Desinformation nähmen zu.
vom 20.05.2026
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Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt (Foto: Brot für die Welt/Hermann Bredehorst)
Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt (Foto: Brot für die Welt/Hermann Bredehorst)

Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, erklärt, dass die große Mehrheit der Menschen auf der Welt ihre Stimme nicht frei erheben können – oder nur unter erheblichen Risiken. Dies ist das Ergebnis des diesjährigen »Atlas der Zivilgesellschaft«, der in einer fünfstufigen Skala – mit den Kategorien: offen, beeinträchtigt, beschränkt, unterdrückt, geschlossen – die weltweiten Freiheitsrechte misst.

Etwa 73 Prozent der Weltbevölkerung leben demnach in Staaten, in denen der zivilgesellschaftliche Raum unterdrückt oder vollständig geschlossen ist. Die Entwicklung sei kein Randphänomen, sagte Pruin. »Sie ist global. Und sie verschärft sich.« In manchen Ländern würden schleichend neue Gesetze erlassen und bürokratische Hürden aufgebaut, um zivilgesellschaftliches Engagement zu erschweren und Menschen einzuschüchtern. In anderen Ländern gebe es hingegen offene Repression, Gewalt und Verfolgung.

Ein besonders großes Problem sei gezielte Desinformation, die Vertrauen untergrabe und Gesellschaften spalte. »Gezielt verbreitete Falschinformationen diskreditieren Nichtregierungsorganisationen, kriminalisieren Protest und fördern repressive Maßnahmen«, so Pruin. Zugleich gewönnen autoritäre Akteure an Einfluss: politisch, wirtschaftlich und medial.

Auch in Deutschland hat sich die Lage dem Atlas zufolge verschlechtert: Es wurde von der Kategorie beeinträchtigt in die Kategorie beschränkt herabgestuft. Als ein Grund dafür gilt das Vorgehen deutscher Behörden im Zusammenhang mit Protesten gegen den Gaza-Krieg.

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