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Regina, Bernardette, Rita

Betagte Nonnen aus Goldenstein im Streit mit der kirchlichen Obrigkeit – und jetzt heimlich nach Rom gereist.
vom 30.04.2026
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Die drei Nonnen: Regina, Bernadette und Rita (Foto: KNA-Bild/Benedikt Heider)
Die drei Nonnen: Regina, Bernadette und Rita (Foto: KNA-Bild/Benedikt Heider)

Regina, Bernardette und Rita, die drei aufmüpfigen Ordensfrauen aus dem salzburgischen Kloster Goldenstein, sind wieder einmal ausgebüxt. Gegen die Abmachung mit ihren (männlichen) Vorgesetzten, gegen ihr eigenes Versprechen und gegen die Satzung ihres Ordens sind die hochbetagten Schwestern aus dem Augustiner-Orden – alle jenseits der 80 Jahre – nach Rom gereist, um dort den Augustiner-Papst Leo XIV. an diesem Mittwoch bei der wöchentlichen Generalaudienz zu sehen. Zu einer näheren Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt, dem sie ihre Beschwerden hätten direkt vortragen können (und wohl auch wollen), kam es aber offenbar nicht.

Erzabt Jakob Auer, den der Vatikan erst zwei Tage zuvor als Streitschlichter eingesetzt hatte, reagierte verärgert über »diese chaotische Aktion«. Den Organisatoren aus dem Unterstützerkreis der Nonnen gehen es »nicht um das Wohl der Schwestern« sondern um eigene Interessen.

Die drei Frauen waren die letzten Nonnen in Goldenstein, wurden durch die kirchliche Obrigkeit gegen ihren Willen 2023 in ein Seniorenheim gebracht, brachen zwei Jahre später dort aus und kehrten in ihr angestammtes Kloster zurück – indem sie sich per Schlüsseldienst Zugang Gebäude verschafften.

Um die wackeren Schwestern bildete sich ein »Helferkreis«; jemand machte ihren Widerstandsgeist per Instagram-Account nahezu weltberühmt; Geld wurde gesammelt (und in teils trübe Kanäle geleitet). Es gab böse Worte, Streit im Kreis und Gerichtsverfahren; ein Pfarrer und Kirchenrechtler aus München trat als Anwalt der Schwestern gegen die Kirche auf, und jetzt organisierte der frühere »Bild«-Korrespondent in Rom, Andreas Englisch, die Reise in den Vatikan – natürlich aufwändig beworben in seinem eigenen Podcast: Die Nonnen seien ja »so überglücklich gewesen«, den Papst vorbeifahren zu sehen, »und mit ihm ein Vaterunser zu beten«.

Erzabt Auer hält die Reise für unnötig: Man habe in dem jahrelangen Streit ja gerade eben zu einer Einigung gefunden: Alles sei »abgesprochen und klar«. Die Schwestern dürften in ihrem Kloster bleiben; medizinische und pflegerische Betreuung sei sichergestellt. Er hoffe, so Auer, dass sie nun »gut und gesund« zurückkehrten.

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Schlagwort: Kirchenreform
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