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Pinchas Goldschmidt

Europas Oberrabiner kritisiert das israelische Todesstrafen-Gesetz scharf.
vom 02.04.2026
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Oberrabiner Pinchas Goldschmidt: Nach jüdischem Recht ist die Todesstrafe »praktisch unmöglich«. (Foto: pa/dpa/Christoph Reichwein)
Oberrabiner Pinchas Goldschmidt: Nach jüdischem Recht ist die Todesstrafe »praktisch unmöglich«. (Foto: pa/dpa/Christoph Reichwein)

Pinchas Goldschmidt, Präsident der Europäischen Rabbiner-Konferenz, hat das vom israelischen Parlament beschlossene Gesetz zur Ausweitung der Todesstrafe für Terroristen kritisiert. Goldschmidt sagte dem Deutschlandfunk, die Entscheidung sei ein Ergebnis des Überfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober, der das Land traumatisiert habe. Die Todesstrafe, die ausschließlich für Palästinenser vorgesehen ist, sei jedoch eine falsche und populistische Entscheidung. Das Gesetz sei keine Lösung für das Problem des Terrorismus in Israel.

Rabbiner Goldschmidt sagte, die jüdische Tradition kenne durchaus die Todesstrafe für Vergehen wie Mord oder Götzendiest. Allerdings gebe es dafür im Religionsgesetz sehr hohe Hürden, die den Vollzug der Todesstrafe »praktisch unmöglich machen«. Der Oberrabbiner zitierte den jüdischen Gelehrten Moses Maimonides, der gesagt haben soll, es sei besser, tausend Schuldige freizusprechen, als einen einzigen Unschuldigen hinzurichten.

Israelische Bürgerrechtler und Oppositionspolitiker bezeichnen das Todesstrafen-Gesetz als rassistisch, sie wollen vor dem Obersten Gerichtshof des Landes dagegen klagen.

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