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Anne König

Nach nur neun Monaten wirft die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands wegen interner Differenzen hin.
vom 02.04.2026
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Anne König (Foto: annekoenig.de/Anja Tiwisina)
Anne König (Foto: annekoenig.de/Anja Tiwisina)

Anne König, erst seit Juni 2025 Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), hat dieses Amt schon wieder abgegeben. König begründet ihren fristlosen Rücktritt mit tiefgreifenden inneren Konflikten, vor allem zwischen Basis und (Bundes-)Vorstand, und einem »unangenehmen Diskussionsklima« in der Verbandsspitze, die ihren – Anne Königs – »dringend nötigen Spar- und Reformprozess im Interesse der kfd-Mitglieder« nicht habe mittragen wollen. König, die auch als Abgeordnete für die CDU im Bundestag sitzt, kritisiert laut der Plattform communio, »viele« überörtliche Funktionsträgerinnen hätten »weniger die wechselseitige Stärkung im Glauben und die Stärkung der Gemeinschaften vor Ort« im Blick, sondern interessierten sich mehr für »politische Stellungnahmen und Aktionen«. König sagt, die kfd verliere damit »die Verbindung zur Heiligen Schrift« und gehe am Interesse der lokalen Verbände vorbei.

König kritisiert auch die drastischen Beitragserhöhungen, die der größte katholische Frauenverband Deutschlands in den vergangenen Jahren vorgenommen hat und mit dem zahlreiche Mitglieder – etwa 200.000 innerhalb von zehn Jahren – ihren Austritt begründet haben. Sie verlangt dafür Einsparungen, auch bei den Aufwandsentschädigungen im Vorstand. Im kfd hatte man hingegen erklärt, die Beitragserhöhungen hätten vor allem »schlafende« Mitglieder aufgeschreckt und ihre zuvor fast vergessene, langjährige Mitgliedschaft neu überdenken lassen.

Allerdings gärt es seit Jahren – je nach Blickwinkel – zwischen örtlichen Gruppen und einem mitunter als »abgehoben« wahrgenommenen Bundesvorstand. Dieser erklärte zu Anne Königs Rücktritt gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur, man halte fest am Selbstverständnis des Verbands als Interessenvertretung von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft mit dem Ziel der Gleichberechtigung. Glaube, Vielfalt und Gemeinschaft gehörten zusammen. Auch habe man den Auftrag, gesellschaftspolitisch Stellung zu beziehen.

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