Heiner Wilmer

Heiner Wilmer, seit vier Wochen neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat knapp vor seinem 65. Geburtstag eine weitere neue Aufgabe übertragen bekommen: Vom Domkapitel gewählt und vom Papst ernannt, wird Wilmer nun Bischof von Münster. Das wurde an diesem Donnerstag zeitgleich in Rom und Münster verkündet.
Wilmer wechselt damit aus der Diaspora-Diözese Hildesheim (die er seit ziemlich genau acht Jahren leitet) ins tiefkatholische Westfalen. Nicht nur das: das traditionsreiche und finanziell starke Münster ist mit 1,59 Millionen Gläubigen das an Mitgliedern größte Bistum in Deutschland und hatte im vergangenen Jahr sogar die meisten Taufen (9937).
Das heißt: auf den frisch gewählten DBK-Vorsitzenden kommt nun auch in Gestalt seiner neuen Diözese eine Menge zusätzlicher Arbeit zu.
In Münster folgt Wilmer auf Felix Genn (76), dessen altersbedingten Rücktritt noch Papst Franziskus im März 2025 angenommen hat. Gemäß dem Preußen-Konkordat wurde Wilmer vom Domkapitel aus einem römischen Dreiervorschlag gewählt. An den Beratungen über die »Wunschliste«, die zuvor aus Münster nach Rom gegangen war, waren unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit erstmals auch katholische Laien aus dem Diözesanrat beteiligt: 16 an der Zahl, genauso viele wie die im Domkapitel versammelten Kleriker. An der Bischofswahl selbst durften Laien aber nicht mitwirken.
Wilmer gilt als reformorientiert, das hat er auch beim Synodalen Weg bewiesen. Pikant ist: Die Diözese Münster gehört kirchenrechtlich zur »Rheinischen Kirchenprovinz« mit Köln als Hauptstadt. Damit steht der dortige Erzbischof, Rainer Maria Woelki, hierarchisch über Heiner Wilmer. Dieser hat übrigens als neuer Bischof von Münster eine Rückkehr in seine geographische Heimat nur knapp verfehlt: Das emsländische Dorf Schapen, aus dem Wilmer stammt, liegt genau hinter der Grenze zum Nachbarbistum Osnabrück.




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