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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2019
War Goethe Muslim?
Fasziniert vom Islam: 200 Jahre West-östlicher Divan
Der Inhalt:

Unter Tränen

von Eva-Maria Lerch vom 03.08.2019
Aufgefallen: Victor Blackwell ist ein bekannter Fernsehmoderator in den USA. Als Trump seine Heimatstadt Baltimore beleidigt, bricht er vor der Kamera in Tränen aus
Moderiert den »Newsroom« auf CNN: Victor Blackwell (Foto: CNN)
Moderiert den »Newsroom« auf CNN: Victor Blackwell (Foto: CNN)

Journalisten sollen objektive Berichterstatter sein, die eigenen Gefühle tunlichst zurückhalten und sich mit keiner Sache gemein machen. Diese Maxime, die hierzulande vor allem von dem Tagesthemen-Moderator Hanns-Joachim Friedrichs vertreten wurde, ist den meisten Journalisten selbstverständlich. Der prominente US-amerikanische Moderator Victor Blackwell aber hat jetzt genau das Gegenteil getan: Er brach vor laufender Kamera in Tränen aus.

Anlass war eine Nachricht über eine Auseinandersetzung zwischen Präsident Donald Trump und dem demokratischen Abgeordneten Elijah Cummings. Cummings hatte die Zustände in den überfüllten Migrantenlagern an der Grenze angeprangert. Woraufhin Trump erwiderte, der Abgeordnete solle sich lieber um seinen »verseuchten« Wahlbezirk Baltimore kümmern. Die Stadt sei ein »widerliches, von Ratten und Nagetieren befallenes Drecksloch. Kein menschliches Wesen würde dort je leben wollen.«

Als der 38-jährige Moderator Blackwell am Samstagabend in der CNN-Sendung »Newsroom« darüber berichtet, bleibt ihm plötzlich die Stimme weg. Millionen von Zuschauern verfolgen, wie der gepflegte Anchorman mit der sauber gebundenen Krawatte um Fassung ringt, wie er schluckt, die Lippen zusammenkneift und mit tränenerstickter Stimme weiterspricht: »Wissen Sie, wer dort in Baltimore gelebt hat, Herr Präsident?« fragt Blackwell. »Ich. Von dem Moment, wo man mich aus dem Krankenhaus trug, bis zum Tag, als ich wegzog, um zu studieren. Und viele Menschen, die mir etwas bedeuten, leben immer noch dort.« Trotz vieler Herausforderungen, sagt er unter Tränen, seien die Menschen in Baltimore stolz auf ihre Stadt – und genauso treue Amerikaner wie alle anderen.

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