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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2020
Mahlzeit!
Mikroplastik – die allgegenwärtige Gefahr
Der Inhalt:

Abschaffen!

von Barbara Tambour vom 09.03.2020
Das System von privater und gesetzlicher Krankenversicherung ist unsolidarisch. Ein Kommentar
Gesetzlich Versicherte warten länger: Ob bei der Terminvergabe oder der Wartezeit – Privatversicherte werden bevorzugt behandelt (Foto: pa/Tack)
Gesetzlich Versicherte warten länger: Ob bei der Terminvergabe oder der Wartezeit – Privatversicherte werden bevorzugt behandelt (Foto: pa/Tack)

Deutschland leistet sich ein strukturell ungerechtes Gesundheitssystem. Versicherte merken es, wenn sie einen Termin bei einem Facharzt vereinbaren wollen. Wer privat krankenversichert ist, bekommt ihn rasch, wer Barmer- oder AOK-Mitglied ist, wartet oft Monate. Das ist ärgerlich.

Dieses Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung macht es zudem für die Mehrheit teurer. Wären auch die Privatversicherten Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung, würden dort die Versicherungsbeiträge sinken. Dann müsste ein Arbeitnehmer etwa sechs Euro weniger im Monat zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Sechs Euro – das ist nicht viel. Sollte man wegen dieser geringen Ersparnis das duale System von privater und gesetzlicher Krankenversicherung auflösen? Ja, denn dieses System ist unsolidarisch. Es erlaubt den Besserverdienenden, sich der solidarischen Krankenversicherung zu entziehen. Rund elf Prozent der Bevölkerung sind privatversichert, 89 Prozent sind Mitglied öffentlich-rechtlicher Krankenkassen.

Das durchschnittliche Einkommen der Privatversicherten liegt über dem der gesetzlich Versicherten, denn nur Selbstständige, Beamte und Angestellte mit höheren Einkommen können dort Mitglied werden. Da Menschen mit hohem Einkommen in der Regel auch bei besserer Gesundheit sind als jene mit geringem Einkommen, gehen der gesetzlichen Krankenversicherung sowohl die Besserverdiener als auch die Gesunden verloren. Das ist ungerecht. Die private Vollversicherung sollte deshalb abgeschafft werden, damit in Zukunft wirklich alle einer solidarischen Krankenversicherung angehör

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