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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:

Das Paradies der Else Lasker-Schüler

von Anne Strotmann vom 22.01.2020
Else Lasker-Schüler ist vor allem als Dichterin bekannt – aber auch ihre Zeichnungen sind bemerkenswert. In ihrer Heimatstadt Wuppertal zeigt eine Ausstellung zum 75. Todestag der eigensinnigen Künstlerin Bilder ihres Lebens
Else Lasker-Schüler war eine Schlüsselfigur der Avantgarde. Das zeigt eine Ausstellung in ihrer Heimatstadt Wuppertal (Foto: Stadtbibliothek Wuppertal/Else-Lasker-Schüler-Archiv)
Else Lasker-Schüler war eine Schlüsselfigur der Avantgarde. Das zeigt eine Ausstellung in ihrer Heimatstadt Wuppertal (Foto: Stadtbibliothek Wuppertal/Else-Lasker-Schüler-Archiv)

Man sagt, dass wir Menschen die Welt nur einmal kennenlernen: als Kinder. Alles andere, was wir später zu sehen und zu erfinden glauben, sind Ausgestaltungen dieser ersten Bilder, die sich in die Seele brennen: das Haus, in dem man aufwächst, die Eltern und Geschwister, der Wald, in dem man spielt, die Straßen und Treppen der Stadt und ihre Bewohner, arme und reiche – und der Fluss, trüb und giftig vom Brauchwasser der Färbereien an seinem Ufer. Solche Bilder stehen auch am Anfang der Ausstellung »Else Lasker-Schüler – ›Prinz Jussuf von Theben‹ und die Avantgarde« im Wuppertaler Von der Heydt-Museum. Sie sind der Grundstock für die üppige Fantasiewelt der Dichterin. Dass diese auch als expressionistische Zeichnerin Avantgarde war, zeigt die Ausstellung mit Fokus auf ihren zahlreichen Bildern. Die kindlichen Impressionen ihrer Heimatstadt Wuppertal ziehen sich durchs Gesamtwerk.

Am 11. Februar 1869 wird Else Lasker-Schüler in der Herzogstraße in Wuppertal-Elberfeld in eine jüdische Familie geboren und wächst ganz in der Nähe im wohlhabenden Briller Viertel auf. Elses Vater ist Bankier und nimmt die Tochter oft mit in das angrenzende Viertel, den sogenannten Ölberg, wo er Wohnungen an Arbeiter vermietet. Die sozialen Gegensätze fallen Else schon früh auf. Sie dichtet fremden Menschen märchenhafte Biografien an. Später wird die Dichterin über ihre Stadt schreiben: »Am schwärzesten Fluss der Welt, der Wupper, lernt man erkennen, welche Menschen leuchten. Der Himmel fällt herab von Schieferklippen. Immer gähnet schläfriger Tag sein Regenlied.« Und sie wird auch erzählen: »Ich erinnere mich, als ich entschlossen auf den Turm unseres Hauses kletterte und auf die Menschen herabschrie: ›Ich langweile mich so

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