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Sie sagten einfach Ja

mutige Menschen in Deutschland versteckten Juden in ihrer Wohnung, gaben ihnen zu essen und riskierten ihr Leben
von Michael Hollenbach vom 29.11.2018
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Hamburg im Sommer 1943. Die heftigen Bombenangriffe auf die Hansestadt haben auch das Haus getroffen, in dem die Jüdin Anne Daniel-Nehemias mit ihrer Mutter untergetaucht war. Ihr Geliebter Hans Roggenkamp arbeitet als Angestellter bei einer deutschen Speditionsfirma in Krakau, wo er sich dem polnischen Widerstand angeschlossen hatte. Er, der sogenannte Arier, erfährt zufällig, dass seine jüdische Freundin in Hamburg überlebt hat. Sofort reist er in den Norden und trifft sich mit Anne Daniel-Nehemias und deren Mutter in der Nähe von Hamburg. In einem Wald bei Ahrensburg verbrennen die Frauen heimlich ihre mit dem Judenstempel versehenen Kennkarten. Beide denken sich andere Namen aus für die neuen Papiere. Dann – so erzählt es die Tochter Viola Roggenkamp – gingen die drei zum Ordnungsamt. Der Bürgermeister war zur Mittagspause, seine Sekretärin heillos überfordert wegen der vielen Evakuierten aus Hamburg. »Mein Vater setzte sich an die Schreibmaschine und tippte die neuen Namen ein und setzte den Amtsstempel drunter«, berichtet Viola Roggenkamp. Doch allein mit den neuen Behelfspapieren konnten die jüdischen Frauen nicht mit nach Krakau kommen. Denn das gehörte zum Generalgouvernement Polen. Ohne Genehmigung der Gestapo durften dort keine Zivilisten einreisen. Daraufhin ging Hans Roggenkamp ins Hauptquartier der Gestapo nach Berlin. Er brauchte Einreisepapiere für seine Freundin und deren Mutter. »Im Hauptquartier der Gestapo war ein absolutes Chaos. Alle sprachen nur über diese Bombenangriffe in Hamburg. Und sie hatten alle Schiss«, sagt Viola Roggenkamp. »Mein Vater hörte das und sagte: ›Meine Schwiegermutter und meine Ehefrau sind in Hamburg ausgebombt.‹ Und als der Name Hamburg fiel, war Totenstille. Und er sah die bleichen Gesichter in Uniform. Dann sagten die: ›Natürlich, wir geben Ihnen jetzt sofort Einreisepapiere.‹ Und wünschten ihm noch alles Gute für seine Familie.« Viola Roggenkamp erzählt die Geschichte mit offensichtlicher Freude über die Chuzpe ihres Vaters. Ihre jüdische Mutter und Großmutter überlebten in Krakau unentdeckt die Judenverfolgung. Kurz vor Ende des Krieges konnte die Familie in die Nähe von Hamburg zurückkehren.

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