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Das Neue wird im Schmerz geboren

Wie Krisen uns helfen, bei uns anzukommen.
von Mathias Jung vom 22.10.2024
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Wie schwer ist es, sich dem Schmerz zu stellen, wenn er uns überrumpelt. Wenn er so tiefgreifend ist, dass er unsere Identität, unsere Hoffnung und unser Lebenspotenzial auszulöschen droht. Da liegt, mit Freud zu sprechen, die Verdrängung als falsche Reaktionsbildung, als eine Art milderndes Schmerzsedativum nach Art eines Opiates nahe. Wer hätte das nicht schon selbst erlebt, nein, durchgemacht. Dagmar und Leonhard (alle Namen geändert) verloren ihre sechzehnjährige, lebensfrohe Tochter Susanne durch einen tragischen Verkehrsunfall. Warum tragisch? Susanne und der erste Freund ihres Lebens hatten am Samstagabend eine Disco besucht, ausgelassen getanzt und wohl auch getrunken. Ihr Liebster war drei Jahr älter und nicht mehr fahrtüchtig. Sie beschwor ihn, sein geliehenes Motorrad stehen zu lassen und mit ihr ein Taxi nach Hause zu nehmen. Er lehnte lachend ab. Keine drei Kilometer von der ländlichen Disco entfernt flog das Motorrad bei überhöhter Geschwindigkeit aus einer engen Kurve, knallte gegen den Stamm einer Pappel und riss Susanne in den Tod.

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