Denken statt zanken
Ein Fußballspiel. Kinder im Alter von sieben und acht Jahren spielen in der F-Jugend-Liga gegeneinander. Es geht hart zur Sache, um jeden Ball wird verbissen gekämpft. Doch Aggressivität ist nicht nur auf dem Spielfeld zu spüren. Auch Trainer und Eltern mischen sich lautstark ein: »Ran, ran, jeder nimmt einen Mann«, ruft einer der Trainer. »Simon, Siiimoon«, brüllt der andere Trainer und zeigt dem Spieler wild fuchtelnd, wohin er laufen soll. Dann geht einer der Jungen im Zweikampf zu Boden. Doch der Pfiff des jungen Schiedsrichters bleibt aus. »Schiriii, bist du blind?!«, schallt es sofort von den Eltern her. Es gibt keine Aktion, die nicht sofort lautstark kommentiert wird. Eltern und Trainer versuchen, die Spieler zu dirigieren, als wären sie Figuren beim Tischfußball. Dass da aber nur ein Achtjähriger mit dem Ball unterwegs ist, der erst beginnt, sich mit anderen zu messen und vor allem ein bisschen Spaß haben will, das interessiert die Brüller an der Außenlinie wenig.
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Markus Dobstadt arbeitet als freier Journalist. Er lebt in Frankfurt am Main.

