Ein Lied über das Ende der Menschheit
Der Wald hat von jeher etwas Geheimnisvolles. Aus den Märchen haben wir gelernt, dass dort Geister und Gespenster leben, Hexen und Teufel und Robin Hood. Der Wald ist der Ort der Verwandlung, nicht nur bei Shakespeare. Und Adalbert Stifter hält ihn für »einen Gedanken Gottes, der sich in unsere Seelen senkt«. Der Wald bedeutet uns etwas. Und dass er alle paar Jahre ein wenig trauriger aussieht, immer ein wenig vernutzter, von Stürmen ausgedünnt, von Schädlingen befallen, sogar von Feuern verwüstet – das macht erstaunlich viele Leute wütend. Denken wir nur an die Aufregung um die Abholzung des kleinen Hambacher Forsts. Warum die Aufregung? Der kleine Forst steht für eine der großen Fragen unserer Zeit: »Dürfen wir die Ökosysteme, in und von denen wir leben, als Besitz und Wirtschaftsgut betrachten?«, fragte der Biologe Pierre L. Ibisch kürzlich in der FAZ. Außerdem: Ohne Wald würde uns nicht nur etwas fehlen. Ohne Wald wären wir Menschen nicht mehr die gleichen. Darüber hat der Amerikaner Richard Powers (61) einen Roman geschrieben: »Die Wurzeln des Lebens«.
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