Was mir wertvoll ist …
Die Achtung vor dem Kind
Janusz Korczak, ein von mir sehr geschätzter polnischer Arzt, Pädagoge und Schriftsteller, forderte in seiner 1914 bis 1916 verfassten Schrift »Wie man ein Kind lieben soll« die Magna Charta Libertatis als ein Grundgesetz für das Kind. Korczaks zentrale Forderung: »Das Recht des Kindes darauf, so zu sein, wie es ist.« Seine Pädagogik der Achtung vor dem Kind, dem Jugendlichen, ist ein frühes Plädoyer für Individualismus. Das Kind wird nicht erst Mensch, es ist schon einer. Und jeder Mensch ist eine vollwertige Persönlichkeit, die sich selbst ihren Weg sucht. Diesen Gedanken möchte ich in unserer Janusz-Korczak-Stiftung weitertragen. Wir wollen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihren ganz individuellen beruflichen Weg, den sie selbst wünschen und der ihrer Begabung entspricht, ermöglichen und sie dabei finanziell unterstützen. Wir verlangen dafür keine regelmäßigen Berichte, es gibt auch keine Kontrollen, und wenn die Noten nicht gut sein sollten, fließt trotzdem weiterhin Geld. Denn ein für uns wichtiges Element des Korczak-Gedankens ist: Wir wollen keine Eliteförderung, sondern in Achtung vor den Plänen, die junge Leute für sich haben, zu deren Verwirklichung beitragen.
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Gertrud Janzer-Bertzbach wurde 1949 in der Nähe von Heidelberg geboren und arbeitete unter anderem als Redakteurin und Juristin in Stuttgart und Bremen. Dass sie selbst keine Kinder haben konnte, wurde zur Quelle für große Energie. Sie engagiert sich seit jeher für Kinder in ihrem privaten Umfeld und zunehmend auch für junge Leute darüber hinaus. Außerdem ist sie eine große Kunstfreundin, die sich in einem Kunstförderverein engagiert. Im ersten Jahr ihres Ruhestandes beschließen sie und ihr Mann, dieses Engagement auszuweiten, und gründen dafür eine Stiftung. So entstand 2012 die Janusz-Korczak-Stiftung Bremen, die junge Menschen finanziell auf ihrem ganz individuellen Weg ins Berufsleben unterstützt.

