Vom Ende der Geduld
Sie erzählen von Gewalt und Unterdrückung, von Verletzung und Selbstzweifel: Geschichten junger Frauen aus der Caprivi-Region, dem nordöstlichen Teil Namibias, gesammelt und herausgegeben von der Frauenrechtsorganisation Women’s Leadership Centre (WLC). Die Organisation kämpft seit mehr als zehn Jahren für die Rechte von Frauen und Mädchen in Namibia. Ein Land, das die gängigen internationalen Abkommen gegen die Diskriminierung von Frauen zwar unterzeichnet hat. Ein Land, in dem spezielle Gesetze zum Schutz der Frau durchaus existieren. Doch mit der Realität haben all diese Paragrafen oft wenig zu tun. »Unsere Gesellschaft zählt noch immer zu den ungleichsten und gewalttätigsten auf der Welt«, sagt Liz Frank vom WLC. »Wir haben zwar auf dem Papier viele Gesetze, doch sie schützen die Mehrheit der Frauen und Mädchen kaum, die in den verschiedenen Landesteilen und ethnischen Gruppen immer noch unter patriarchalischem Stammesrecht leben.« Auch in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger des postkolonialen Landes seien die Rechte oft noch nicht angekommen. Vor allem ländliche Frauen, indigene San-Frauen aus den völlig marginalisierten Ureinwohnergruppen und lesbische Frauen würden häufig nicht als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft betrachtet und damit als unwürdig, den Schutz von Staat und Justiz zu genießen.
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