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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2019
War Goethe Muslim?
Fasziniert vom Islam: 200 Jahre West-östlicher Divan
Der Inhalt:

Behinderte nicht verstecken!

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 12.08.2019
Zu Besuch in der ersten Behindertenwerkstatt von Bangladesch
Stolz, arbeiten zu dürfen: Junge Männer werden zu Bäckern ausgebildet (Foto: Rheinheimer-Chabbi)
Stolz, arbeiten zu dürfen: Junge Männer werden zu Bäckern ausgebildet (Foto: Rheinheimer-Chabbi)

Stolz zeigen die jungen Männer mit den Bäckermützen auf den Köpfen die Bleche voll süßer Donuts, die darauf warten, in den Ofen geschoben zu werden. Im Raum nebenan fädeln Jugendliche Perlen auf dünne Ketten, und wieder eine Tür weiter färbt eine junge Frau Tücher mit Batikmuster ein. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind Autisten oder leben mit neurologischen Erkrankungen. Und sie leben in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch.

Hier hat eine Elterninitiative vor fünf Jahren die Behindertenwerkstatt gegründet – die erste und bislang einzige ihrer Art im ganzen Land. »Nicht unbegabt, sondern anders begabt« steht auf Plakaten an den Wänden des mehrstöckigen Hauses. In Bangladesch ist das eine kleine Revolution. »Es ist noch immer üblich hier, behinderte Kinder wegzusperren«, erklärt ein Mitarbeiter. »Viele schämen sich für sie, manche dieser Kinder sehen nie das Tageslicht.«

Frauen wie Sajida Rahman wollten das nicht länger hinnehmen. Rahman, Gründerin und Vorsitzende des Parents’ Forum for differently Able (PFDA), das das Ausbildungszentrum trägt, hat selbst einen autistischen Sohn. Seinetwegen wurde sie ausgegrenzt, ihr Mann ließ sich scheiden. »Ich hatte eine sehr harte Zeit«, sagt sie knapp. »Jetzt will ich anderen Müttern helfen, die diskriminiert und alleine gelassen werden.«

Die Behindertenwerkstatt verfolgt mehrere Ziele: Jugendliche mit geistigen Einschränkungen werden zum Bäcker, zur Köchin oder Verkäuferin ausgebildet und können Computerkurse belegen. Zudem erhalten die Familien therapeutische Unterstützung. Das PFDA-Zentrum ist eine Tageseinrichtung; um 17 Uhr werden die Jugendlichen von ihren Eltern abgeholt. Außerdem will Rahma

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