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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

KZ-Besuche zur Pflicht machen?

von Josef Schuster, Christhard Wagner vom 28.01.2018
In Bayern müssen alle Schülerinnen und Schüler eine KZ-Gedenkstätte, Flossenbürg oder Dachau, besuchen. Einen verpflichtenden Besuch für Migranten hat die Berliner Politikerin Sawsan Chebli vorgeschlagen. Sollte er für alle obligatorisch werden? Uns interessiert Ihre Meinung! Argumente? Lesen Sie in diesem Pro und Contra
Soll man Besuche in KZ-Gedenkstätten zur Schüler-Pflicht machen? Josef Schuster (links) sagt: Ja! Christhard Wagner (rechts) meint: Nein! (Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden; Ev.Büro Thüringen/Lukas Götz)
Soll man Besuche in KZ-Gedenkstätten zur Schüler-Pflicht machen? Josef Schuster (links) sagt: Ja! Christhard Wagner (rechts) meint: Nein! (Foto: Thomas Lohnes/Zentraltrat der Juden; Ev.Büro Thüringen/Lukas Götz)

Josef Schuster: »Ja, das ist sinnvoll und hilfreich«

»Den für alle verpflichtenden Besuch einer Gedenkstätte halte ich für wichtig und sinnvoll. Das gilt auch für Menschen, die neu zu uns kommen, die Asyl in Deutschland beantragt haben. Denn Zuwanderer an unseren Wertekodex heranzuführen kann nur gelingen, wenn unsere Werte – und es geht dabei nicht nur um das Verhältnis zum Judentum und um Antisemitismus, sondern beispielsweise auch um das Verhältnis von Mann und Frau – breiten Raum in den Integrationskursen haben. Aus diesem Grund halte ich es auch für richtig, dass man ganz bewusst auch mit jungen Migranten KZ-Gedenkstätten besucht. Ich halte solche Besuche für sehr sinnvoll, wenn sie gut vorbereitet sind. Gerade junge Zuwanderer mit ihrer eigenen Fluchtgeschichte können Empathie entwickeln, wenn sie auch diesen Teil der deutschen Geschichte kennenlernen.

Das kann aber nur ein Teil einer Strategie sein. Dazu gehören auch Besuche in jüdischen Gemeinden. Das ist nicht immer einfach, aber in der Regel lässt sich sagen, dass ich ein anderes Verständnis für etwas entwickeln kann, wenn ich es kennengelernt habe.

In einer KZ-Gedenkstätte wird das, was die Schüler zuvor im Geschichtsunterricht aus Büchern oder Filmen gelernt haben, sehr viel anschaulicher. An den authentischen Orten ist es möglich, Empathie mit den Opfern zu entwickeln. In Bayern sind Gedenkstätten-Besuche in der höheren Klasse der Regelfall.

Ich denke, auch die anderen Bundesländer könnten wenigstens Pilotpr

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