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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

Geschlechtergerecht schreiben?

Sollten Binnen-I und das Gendersternchen * künftig im Duden, in Artikeln und Dokumenten stehen, damit sich alle Menschen berücksichtigt fühlen? Der Rat für deutsche Rechtschreibung kann sich bis heute nicht zu einer Empfehlung durchringen. Geschlechtergerecht schreiben? »Ja!«, sagt Redakteurin Anne Strotmann. »Nein!«, sagt Kollegin Elisa Rheinheimer-Chabbi
Geschlechtergerecht schreiben? »Ja!«, sagt Anne Strotmann (links). »Nein, nicht nötig!«, sagt Elisa Rheinheimer-Chabbi (rechts). (Fotos: privat)
Geschlechtergerecht schreiben? »Ja!«, sagt Anne Strotmann (links). »Nein, nicht nötig!«, sagt Elisa Rheinheimer-Chabbi (rechts). (Fotos: privat)
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Anne Strotmann: »Ja! Geschlechtergerecht schreiben ist angemessen«

»Ich verstehe nicht, warum man gegen das Bemühen ankämpfen sollte, dass man diejenigen die man meint, auch benennt. Klar sind wir alle Menschen, aber in der sozialen Realität sind manche eben doch gleicher als andere.

Das Argument, geschlechtergerechte Sprache würde den Lesefluss stören, empfinde ich als vorgeschobene Ausrede. Auf die komplizierten Schrägstrichkonstruktionen der frühen Bemühungen um geschlechtergerechte Sprache mag das ja zutreffen. Aber gerade Binnen-I oder Genderstern stören wenig beim Lesen.

Ein anderes G

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Christof Bretscher
04.07.201814:36
Die Argumentation von Elisa Rheinheimer-Chabbi finde ich deutlich überzeugender als die von Anne Strotmann. Der Text wird verkorkst durch Sonderzeichen wie * oder -I ohne Bedeutung für Rechtschreibung oder Grammatik, erst recht das Vorlesen von Texten oder Geschichten. Der * wird bereits vielfältig benutzt, noch eine Bedeutung mehr ist einfach ätzend.
Bei persönlicher Anrede oder z.B. Verweis auf oder Sprechen von der Lehrerin oder dem Lehrer muss immer die männliche oder weibliche Form gewählt werden - das sollte der Rat für deutsche Rechtschreibung dringend empfehlen. Dann kann auch eine Bank ihre Kundinnen nur noch als solche ansprechen. In der Berufsordnung für Ärzte z.B. in Hamburg oder Bayern wird eigens darauf hingewiesen, dass mit dem Begriff die ärztliche Person ("die" ist ja weiblich, oh Schreck) unabhängig vom Geschlecht gemeint ist. Dennoch spricht oder schreibt jeder Patient(*?) von seiner Ärztin oder seinem Arzt. "Ruf den Doktor*" oder "Ruf den Arzt*" ist eher niedlich.
Hanna Leinemann
02.07.201817:30
Ja, Anne Strotmann; ich weiß beim Geschriebenen nicht, was der oder die Schreibende meinte. Lese ich geschlechtergerechtes Geschriebene, weiß ich wenigstens, daß an alle Formen gedacht wurde. Das ist nach dem ausgeprägt Männlichen der Vergangenheit erst einmal wichtig. Ob es einmal überflüssig wird, mag die Zukunft zeigen. - Im übrigen hoffe ich immer noch darauf, daß es einmal "das Mensch" als Oberbegriff für "der Mann, die Frau, das Kind" heißen wird; sonst bleiben Frau und Kind vom Menschsein ausgeschlossen. -
Roswitha Fenneker
30.06.2018
Versuchen Sie einmal, einen Text konsequent weiblich zu schreiben; auch "frau" statt "man" o.ä. - Sie werden sich wundern, wie die Reaktionen ausfallen: das Mindeste ist Irritation; aber auch bitterböse Bemerkungen werden fallen. Dabei ist in vielen weiblichen Bezeichnungen die männliche enthalten (lassen Sie das "/In" oder "Inne" weg und Sie haben häufig die männliche Form - in "BürgerIn" ist der "Bürger" ja bereits drin!). Ich bin eine Frau, und ich möchte auch gern in meiner Weiblichkeit Ernst genommen werden.
Eine Jede ist in der Lage, auch ungewohnte Formulierungen zu verstehen. - Deshalb: Warum nicht Geschlechtergerechtigkeit?
Ich fände es sehr gut, wenn auch einmal auf die Befindlichkeit von Frauen Rücksicht genommen werden könnte.
Roswitha Fenneker
(bitte keine Mail-Adresse angeben)