Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

Geschlechtergerecht schreiben?

Sollten Binnen-I und das Gendersternchen * künftig im Duden, in Artikeln und Dokumenten stehen, damit sich alle Menschen berücksichtigt fühlen? Der Rat für deutsche Rechtschreibung kann sich bis heute nicht zu einer Empfehlung durchringen. Geschlechtergerecht schreiben? »Ja!«, sagt Redakteurin Anne Strotmann. »Nein!«, sagt Kollegin Elisa Rheinheimer-Chabbi
Geschlechtergerecht schreiben? »Ja!«, sagt Anne Strotmann (links). »Nein, nicht nötig!«, sagt Elisa Rheinheimer-Chabbi (rechts). (Fotos: privat)
Geschlechtergerecht schreiben? »Ja!«, sagt Anne Strotmann (links). »Nein, nicht nötig!«, sagt Elisa Rheinheimer-Chabbi (rechts). (Fotos: privat)

Anne Strotmann: »Ja! Geschlechtergerecht schreiben ist angemessen«

»Ich verstehe nicht, warum man gegen das Bemühen ankämpfen sollte, dass man diejenigen die man meint, auch benennt. Klar sind wir alle Menschen, aber in der sozialen Realität sind manche eben doch gleicher als andere.

Das Argument, geschlechtergerechte Sprache würde den Lesefluss stören, empfinde ich als vorgeschobene Ausrede. Auf die komplizierten Schrägstrichkonstruktionen der frühen Bemühungen um geschlechtergerechte Sprache mag das ja zutreffen. Aber gerade Binnen-I oder Genderstern stören wenig beim Lesen.

Ein anderes Gegenargument lautet, das »generische Maskulinum« sage nichts über das Geschlecht, »Lehrer« sei einfach die Grundform. Da bleibt es dennoch das Problem, dass »Lehrerin« die weibliche Sonderform ist, die nur Frauen markiert. Es ist real, dass zwischen Männern und Frauen unterschieden wurde und immer noch wird. Und dass das Kuriosum, ausnahmsweise von Frauen zu sprechen, mit -in markiert wird. Für Männer gibt es leider keine solche Sonderform, sie sind keine »Lehreriche«, sondern »Lehrer«, ganz normal eben.

Der Genderstern drückt am besten aus, dass alle Geschlechter gemeint sind. Und seit es ihn gibt, werden Binnen-I und weibliche Formen leichter akzeptiert. Man denkt zumindest mal darüber nach, von wem man sprechen will und wie man es ausdrückt. Gut so! Denn das Mantra, mit dem generischen Maskulinum seien doch alle Geschlechter »mitgemeint«, hält empirischen Unte

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen