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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

Nachgefragt: Fußballgucken in Kirchen?

Zur Fußball-WM bieten sogar Gemeinden »Public Viewing«. Ist das gut? Fragen an den Sportbeauftragten der Evangelischen Kirche

Publik-Forum: Herr Jung, die Fußball-Weltmeisterschaft fesselt weltweit Millionen Menschen, lässt sie gemeinsam zittern, jubeln, weinen. Woher diese Faszination?

Volker Jung: Fußball ist schon ein besonderes Phänomen. Wo immer ein Ball auftaucht, fangen Menschen an, damit zu spielen – oft mit den Füßen. Millionen Menschen auf der ganzen Welt kicken selbst. Im Fußball erleben sie vieles konzentriert, was das Leben ausmacht: persönliches Können, gemeinsame Anstrengung, Gelingen und Misslingen, Niederlage und Erfolg, Machbares und Unverfügbares. Und schließlich sind die großen Turniere Schaufenster der Welt, bei denen Nationen und Spielkulturen aufeinandertreffen.

Was sagen Sie zu der These, Fußball sei heute die einzig funktionierende Weltreligion?

Jung: Der Fußball hat religiöse Züge: Rituale in den Stadien, Fangesänge, Gemeinschaft, manchmal auch die Verehrung von »Fußballgöttern«. Trotzdem ist Fußball keine Religion, weil er nicht über die irdische Wirklichkeit hinausreicht. Aus christlicher Sicht würde ich deshalb Menschen, für die Fußball eine Religion ist, fragen: Ist das wirklich dein Halt im Leben und im Sterben? Gibt dir der Fußball Hoffnung in den Krisen deines Lebens?

Was könnte Kirche vom Fußball lernen?

Jung: Wenn es darum geht, Menschen anzusprechen oder Ereignisse zu inszenieren, kann man immer etwas lernen. Wer hinschaut, merkt, dass sich der Sport da auch manches bei den Kirchen abgeschaut hat: Eröffnungsfeiern von Weltmeisterschaften sind eine liturgische Inszenierung. In Gesprächen mit Sportverbänden merke ich, dass wir oft vor de