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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, fordert, die Not der vertriebenen Rohingya in Südostasien wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. »Dass wir aktuell seltener dramatische Bilder aus Bangladesch sehen, bedeutet nicht, dass auch die Not der Menschen verschwunden ist«, sagte sie. »Ganz im Gegenteil: Wir befürchten, dass sich die Lage der Rohingya während der Regenzeit über die Sommermonate weiter zuspitzen wird.«

Susanne Kummer, Bioethikerin und Geschäftsführerin des Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien, hält es für medizinisch gefährlich, Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch eine künstliche Befruchtung mit Keimbahnmanipulation anzubieten. In diesem Verfahren wird ein nach künstlicher Befruchtung entstandener Zellkern in die entkernte Eizelle einer Fremdspenderin eingesetzt. Das dabei entstehende Kind hat genetisch gesehen drei Eltern: es vereinigt das Erbmaterial des genetischen Vaters, der genetischen Mutter und der Eizellspenderin. Die ersten Drei-Eltern-Kinder sind in der Ukraine geboren worden, die Technik ist bereits in Großbritannien und bald auch in Singapur erlaubt. Wie zahlreiche Forscher warnt Frau Kummer vor ungewollten Nebeneffekten. Dies sei »keine Therapie«, sondern öffne das Tor »für genetische Veränderungen von Menschen mit unabsehbaren Folgen«.

Serap Güler, Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen, hat die Entscheidung eines Gymnasiums in Herne, Leih-Burkinis für muslimische Schülerinnen anzuschaffen, scharf kritisiert. »Während in Saudi-Arabien Frauen für ein bisschen Freiheit ihr Leben riskieren, sollten wir nicht in Deutschland auf Burkinis für Mädchen setzen«, sagte die CDU-Politikerin. Schulleiter Volker Gößling verteidigte die Entscheidung hingegen. Nur so sei es möglich, dass muslimische Mädchen aus konservativen Elternhäusern gemeinsam mit Jungen am Schwimmunterricht teilnehmen. Damit »hat keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen«. Rückendeckung bekam er von der Lehrergewerkschaft GEW. »Damit werden Brücken zu den Elternhäusern gebaut«, sagte die Vize-Landesvorsitzende Maike Finnern.

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