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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2012
Verloren im Vatikan
Ein Reformkonzil wird 50
Der Inhalt:

»Wir wollen Unruhe stiften«

von Britta Baas vom 05.09.2012
Günther Jauch, Frank-Walter Steinmeier und Annette Schavan haben unterschrieben. »Ökumene jetzt!«, fordern sie zusammen mit 20 weiteren prominenten Unterzeichnern einer bundesweiten Initiative. Warum? Fragen an den Leipziger Theologen Christian Führer
Christian Führer, einer von 23 Erstunterzeichnern der heute in Berlin vorgestellen Initiative »Ökumene jetzt«, sagt: »Von allem theologischen Geschwafel bleibt nur eines übrig: die Machtfrage.« (Foto: pa/Endig)
Christian Führer, einer von 23 Erstunterzeichnern der heute in Berlin vorgestellen Initiative »Ökumene jetzt«, sagt: »Von allem theologischen Geschwafel bleibt nur eines übrig: die Machtfrage.« (Foto: pa/Endig)

Herr Führer, schon wieder eine Ökumene-Initiative! Sie sind einer von 23 prominenten Erstunterzeichnern des September-Aufrufs »Ökumene jetzt«. Was unterscheidet diesen Aufruf von allen, die vorher waren?

Christian Führer:Uns geht es darum, dass engagierte Christen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Kultur und Kirchen die Forderung nach Ökumene aufstellen – im Blick auf 500 Jahre Reformation und 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil. Wir nehmen das auf, was schon x-mal von Basis-Reformgruppen gesagt wurde. Weil einfach nichts passiert!

Mit anderen Worten: Inhaltlich nichts Neues, dafür eine neue Strategie. 23 Promis von Günther Jauch bis Frank-Walter Steinmeier versuchen, das Herz des Papstes zu erweichen?

Christian Führer: Es ist in der Tat ein Vorstoß, der durch die Promi-Namen Aufmerksamkeit erregen könnte; und er ist der Initiative von Bundestagspräsident Professor Norbert Lammert zu verdanken. Aber das Wichtigere ist: Wenn die Basis der katholischen und evangelischen Gemeinden mit dieser September-Initiative mitgeht, könnte sich tatsächlich »oben« etwas tun. Dann könnten die ewigen Bremser, die Bedenken- und Würdenträger in heilsame Unruhe geraten.

Bisher ist Rom da aber durch gar nichts beunruhigt worden.

Christian Führer: Ja, Rom lässt sich kaum beunruhigen. Der Vatikan hat ja gezeigt, dass er selbst in Fällen, die außerordentlich beunruhigend sind – wie zum Beispiel die Missbrauchsfälle – nicht aus der Ruhe kommt. Aber Rom ist auch nicht der Maßstab. Es is

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