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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2016
Schwierige Schüler
Ausrasten, stören, treten: Ein Fall für die Sonderschule? Eine Lehrerin sagt Nein
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Wie Moses vor dem Pharao

von Thomas Seiterich vom 13.05.2016
Ein Bischof attackiert den BASF-Konzern: Der südafrikanische Anglikaner Johannes Seoka verlangt von dem deutschen Chemie-Riesen BASF acht Millionen Euro Entschädigung. Er macht den Konzern mitverantwortlich für ein Massaker an Minenarbeitern in Südafrika im Jahr 2012
Ein ungewöhnlicher Bischof: Der Anglikaner Johannes Seoka setzt sich auch in Deutschland für die Hinterbliebenen von Opfern eines Massakers in Südafrika ein. Der BASF-Konzern ist einer der Hauptkunden der Firma, in deren Mine das Massaker geschah (Foto: www.kritischeaktionaere.de)
Ein ungewöhnlicher Bischof: Der Anglikaner Johannes Seoka setzt sich auch in Deutschland für die Hinterbliebenen von Opfern eines Massakers in Südafrika ein. Der BASF-Konzern ist einer der Hauptkunden der Firma, in deren Mine das Massaker geschah (Foto: www.kritischeaktionaere.de)

»Weshalb machen Sie das überhaupt, warum muten Sie sich die lange Reise und den Frust bei der BASF zu?«, fragt neugierig die blonde Journalistin, die für den Wirtschaftsdienst Bloomberg arbeitet. Es ist stickig und eng im Raum der Globalisierungskritiker von Attac im Frankfurter Bahnhofsviertel. Rund eine Stunde bereits hat Bischof Johannes Seoka über das Massaker der südafrikanischen Polizei an den Platin-Bergleuten in Marikana sowie dessen Folgen berichtet.

Da geht ein kleines Lächeln über das ernste Gesicht des schmalen anglikanischen Oberhirten: »We have an important story, eine wichtige Geschichte: Eine Witwe geht zum Richter, weil sie unter Unrecht leidet. Er weist sie ab, doch sie geht wieder und wieder hin. Schließlich erhält sie ihr Recht«, sagt Seoka zu der Journalistin von Bloomberg und fügt an: »Sie finden das im Lukasevangelium, 18. Kapitel.« Die Fragerin sagt verblüfft: »Jesus! Dass so etwas in der Bibel steht ...«.

Am 16. August 2012 erschoss die Polizei bei einem gewalttätigen wilden Streik in Marikana westlich von Johannesburg 34 Bergleute in einer der größten Platinminen der Erde. Das Bergwerk wird bis heute von dem anglo-südafrikanischen Bergbaukonzern Lonmin betrieben. »Es war eine Schlächterei. Blut, überall Blut«, sagt Ntombizolile Mosebetane. Die schmale, tief traurige Frau mit der schwarzen Mütze, die sie nie abnimmt, ist eine der beiden Witwen, die mit dem anglikanischen Bischof nach Deutschland reisen. Die junge Witwe Agnes Makopano Thelejane fügt hinzu: »Bereits Tage zuvor hatte Lonmin Leichenwagen extra für den Tag der Tötungen bestellt.«

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