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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2016
Schwierige Schüler
Ausrasten, stören, treten: Ein Fall für die Sonderschule? Eine Lehrerin sagt Nein
Der Inhalt:

Ein Land verliert die Mitte

von Walter L. Buder vom 13.05.2016
Österreich vor der Richtungswahl: Wie die beiden Präsidentschaftskandidaten um die Stimmen der Christen werben

Am Abend des Wahltags stand Österreich unter Schock: Obwohl sich auffallend viele Österreicher an der Wahl des Bundespräsidenten beteiligt hatten (die Wahlbeteiligung lag bei 68,5 Prozent), erreichten die beiden Kandidaten der Regierungsparteien – Rudolf Hundstorfer von der SPÖ und Andreas Khol von der ÖVP – bis dato unvorstellbar niedrige Ergebnisse. Keiner von beiden schaffte es in die Stichwahl. Nun stehen sich am 22. Mai Norbert Hofer, der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, und der unabhängige, von den Grünen unterstützte Kandidat Alexander Van der Bellen gegenüber.

Der Souverän schlug den »Sack« (Kandidaten), aber jedem war klar, dass der »Esel« (sprich die derzeitige Koalitionsregierung) gemeint war. Ein Rechtsruck und ein Desaster der Regierungsparteien waren zwar befürchtet, in dieser Heftigkeit aber nicht erwartet worden. Seit rund siebzig Jahren wird Österreich in unterschiedlichen Konstellationen von den zwei großen Volksparteien regiert. Dieses »System ist nun am Ende«, kommentierte Rudolf Mitlöhner von der österreichischen Wochenzeitung »Die Furche«. Dass es so gekommen ist, liege »in der Art, wie bislang Politik gemacht wurde«, erklärt der ehemalige Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP), der nach wie vor eine namhafte kritische – und auch explizit katholische – Stimme in der Alpenrepublik ist. Busek bezieht sich dabei vor allem auf die aktuelle Flüchtlings- und Asylpolitik: »Von der Regierung erwarte ich mir, dass sie mir Angst nimmt und nicht Angst macht.«

Die Angstmach-Politik ist nach Meinung der meisten Kommentatoren mit ein Motiv, dass der FPÖ-Mann Hofer 1,5 Millionen Stimmen erhielt, während es bei Van der Bellen nur 910 000 waren. Um die Gunst der 1,8 Millionen Wähler, die ihr Kreuz bei den anderen Kandidaten machten, wird nun hart gerungen. Wobei Van der Bellen fast doppelt so viele Stimmen mobilisieren muss wie Hofer. Beide Kandidaten müssen zudem Wähler gewinnen, die bisher weder Grün noch FPÖ gewählt haben.

Was denken die Gläubigen?

In dieser Situation ist das Wahlverhalten der Katholiken besonders interessant. Doch seit das Religionsbekenntnis nicht mehr abgefragt werden darf, ist eine Antwort auf diese Frage sehr schwierig geworden, sagt die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak. Aus der Europäischen Wertestudie könne man jedoch ableiten, dass das Wahlverhalten der Christen sich von jenem der »Restbevölk

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