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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

Seelsorge zwischen Werkbank und Gestapo

von Hugh Williamson vom 12.07.2020
Während des Zweiten Weltkriegs unterstützten 25 französische Arbeiterpriester mitten in Nazi-Deutschland Landsleute, die als Zwangsarbeiter verschleppt worden waren. Einer, der deswegen verhaftet und gedemütigt wurde: Abbé Henri Perrin
Unerschrocken: der Arbeiterpriester Henri Perrin, hier vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris (Foto: ullszein bild)
Unerschrocken: der Arbeiterpriester Henri Perrin, hier vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris (Foto: ullszein bild)

Der vierstöckige Gefängnisblock der zentralen Polizeidirektion Leipzig ist über hundert Jahre alt. Die Gehwege sind schmal, Geräusche hallen im Innenhof wider. Enge Zellen, schwere Holztüren, dicke Wände – alles wirkt klaustrophobisch. Eine größere Zelle befindet sich am Flurende im ersten Stock. Der Eingangsbereich ist wie ein Käfig von Gittern umgeben. So sollen Häftlinge daran gehindert werden, die Wärter zu attackieren, erklärt mir eine Polizistin. In eine solche Zelle wurde Abbé Henri Perrin, ein katholischer Priester aus Frankreich, eingesperrt, als er von der Gestapo am 2. Dezember 1943 auf seiner verdeckten Mission in Nazi-Deutschland verhaftet wurde. In seinen Aufzeichnungen schildert er diesen Moment: »Ich stolpere über Beine, aus der Dunkelheit kommen Stimmen, Fragen: ›Wer bist du? Warum bist du hier? Woher kommst du?‹ In der Zelle sind sieben oder acht Russ

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