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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Sarrazins Fata Morgana

Thilo Sarrazins neues Buch über den Islam steht ganz oben auf den Bestsellerlisten. Aber wie viel weiß er über diese Religion? Ein Faktencheck von Theologen

Feindliche Übernahme« heißt das neue Buch von Thilo Sarrazin. Der ansonsten religiös desinteressierte Autor, der sich schon vor acht Jahren mit der schrillen These »Deutschland schafft sich ab« auf die Bestsellerlisten katapultiert hat, macht sich darin auf die Suche nach dem »Wesen des Islam« und kommt zu dem Schluss, dass der Islam »den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht«. Das Buch steht derzeit ganz oben auf den Bestsellerlisten, enthält aber viele sachliche Fehler und Widersprüche. Ein Netzwerk von Wissenschaftlern hat Sarrazins neues Buch deshalb einem »Faktencheck« unterzogen. Auf Initiative der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität Frankfurt untersuchten Experten aus verschiedenen Fachgebieten Sarrazins Aussagen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Wir veröffentlichen im Folgenden einige kurze Auszüge aus dem umfassenden Faktencheck:

Europa

Thilo Sarrazin: »In Europa gab es bis vor wenigen Jahrzehnten kaum nennenswerte Gruppen nichteuropäischen Ursprungs. Hier lebten europäische Weiße, und soweit sie eine Religion hatten, war diese christlich.« (»Feindliche Übernahme«, Seite 14)

Michael Daxner:»Die Bevölkerung des heutigen Europa konstituiert sich durch lang andauernde und umfangreiche Immigration von nicht-›europäischen‹ Ethnien. Allein die Einwanderung auf die britischen Inseln, die slawische Besiedlung oder der Ethnomix auf dem Balkan sind Belege für eine frühe Durchmischung, die nicht-›europäischer‹ Ursprünge sind. Der Name Sarrazin weist im Übrigen darauf hin, dass er selbst arabische Wurzeln hat. In dieser Aussage fehlen zudem die bis 1945 Millionen jüdischer Personen, die den Kontinent mitprägten.«

Michael Daxner ist emeritierter Professor für Soziologie und jüdische Studien an der Universität Oldenburg.

Sexualität

Sarrazin: »Die Religion des Islam beruht auf dem Bild eines sexuell zutiefst unsicheren Mannes, der sich nur durch Herrschaft und Kontrolle der sexuellen Treue der Frau versichern kann.« (Seite 177)

Ali Ghandour: »Bis zum 19. Jahrhundert existierte in der muslimischen Welt eine lebendige erotische Kultur, die sich in der Dichtun

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