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Papst entlässt drei chilenische Bischöfe

von Markus Dobstadt vom 12.06.2018
Papst Franziskus reagiert im chilenischen Missbrauchsskandal. Er nimmt die Rücktrittsgesuche von drei chilenischen Bischöfen an. Darunter ist Juan Barros, dem vorgeworfen wird, er habe den Missbrauch gedeckt
Der Missbrauchsskandal in Chile wird den Papst weiter beschäftigen: In einem ersten Schritt hat er jetzt den Rücktritt von drei Bischöfen angenommen (Foto: pa /Pacific Press/Giuseppe Ciccia)
Der Missbrauchsskandal in Chile wird den Papst weiter beschäftigen: In einem ersten Schritt hat er jetzt den Rücktritt von drei Bischöfen angenommen (Foto: pa /Pacific Press/Giuseppe Ciccia)
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Es ist die erste Konsequenz, die der Papst aus dem chilenischen Kirchenskandal zieht, aber vermutlich nicht die einzige. Zu umfassend ist der Skandal, der die Kirche in Chile seit Monaten in Atem hält. Und der Folgen haben könnte sogar für die ganze katholische Kirche.

Der Papst hat die Rücktrittsgesuche der Bischöfe Juan Barros, Gonzalo Duarte García de Cortázar und Cristián Caro Cordero angenommen. Vor allem mit Barros Entlassung war gerechnet worden. Er gehörte zu den Schülern von Fernando Karadima, der im Mittelpunkt des chilenischen Missbrauchsskandals steht.

Karadima baute in den 1980er Jahren zur Zeit der Pinochet-Dik

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Paul Haverkamp
14.06.201821:03
Eugen Drewermann stellt fest : Kein anderer Berufsstand sei so anfällig für sexuellen Missbrauch wie der katholische Klerus. Denn kein anderer mache sexuelle Unerfahrenheit und Triebunterdrückung zur Bedingung. Ängste, Schuldgefühle oder innere Blockaden würden von jungen Priesteramtskandidaten interpretiert als eine besondere Erwählung durch Gott. Amerikanischen Studien zufolge sollen etwa 20 bis 30 Prozent der Priester homosexuell sein.

Wo Sexualität so sehr dämonisiert wird wie in der katholischen Kirche, kann sie wohl nicht anders, als zum Dämon zu werden. Für viele Priester bedeutet das, früher oder später vor die Wahl gestellt zu sein: wortbrüchig oder krank? Viele werden wortbrüchig, viele werden krank. Unter den Kranken wird die Zahl der potenziellen Täter besonders groß sein.

Paul Haverkamp, Lingen
Paul Haverkamp
14.06.201821:03
Die Ämter- und Organisationsstruktur der Kirche – einschließlich ihrer 2000-jährigen Geschichte der Leib- und Frauenfeindlichkeit – sind als wichtige systemimmanente Verursachungsfaktoren für die Pädophilie-Verbrechen in der katholischen Kirche zu benennen.

Zu den kritisierten Strukturen zählt der katholische Pastoraltheologe Wolfgang Beck "die große Intransparenz von Entscheidungsabläufen und bei der Vergabe von Ämtern", die "Machtfülle von Bischöfen und hohen Klerikern ohne wirksame neutrale Kontrolle", "Verklemmtheit und Verlogenheit" im Umgang mit der Sexualität sowie die "theologische Rede von einer heiligen Kirche mit einem abgehobenen Verständnis von Kultur und Liturgie".