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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
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Mystik, die ins Leben führt

von Irene Leicht vom 13.03.2015
Am 28. März würde Teresa von Ávila 500 Jahre alt. Die Ordensfrau lebte glücklich und furchtlos. Ihr Glaube wird befreiend, als sie lernt, nicht mehr um sich selbst zu kreisen
Teresa von Àvila auf einem Gemälde aus dem 17. Jahrhundert: Am 28. März würde sie 500 Jahre alt. Zu alt, um heute noch stilbildend sein zu können? Das Gegenteil ist richtig, findet Autorin Irene Leicht. (Foto: kna)
Teresa von Àvila auf einem Gemälde aus dem 17. Jahrhundert: Am 28. März würde sie 500 Jahre alt. Zu alt, um heute noch stilbildend sein zu können? Das Gegenteil ist richtig, findet Autorin Irene Leicht. (Foto: kna)

Von den Quäkern wird überliefert, sie seien »grenzenlos glücklich, absolut furchtlos und immer in Schwierigkeiten«. Solches kann man auch von der christlichen Mystikerin Teresa von Ávila sagen. Und genau damit kann sie uns heute nah und hilfreich sein. Denn auch wir wären es natürlich gerne: grenzenlos glücklich und absolut furchtlos. Und selbstverständlich geraten auch wir immer wieder in Schwierigkeiten.

»Grenzenlos glücklich«: Das mag sich zunächst befremdlich übertrieben anhören. Doch bei Teresa trifft es zu. Nach fast vierzig Jahren, in denen sie sich sehr darum bemüht, anderen zu gefallen, erkennt sie, dass sie bereits gefällt – ganz unabhängig von ihren Bemühungen. Der liebevolle Blick des göttlichen Freundes hat sie befreit: vom Kreisen um sich selbst, von der Angst, nicht zu genügen, von den Anstrengungen, es anderen recht zu machen; befreit auch zu einem kreativen, beziehungsreichen, tatkräftigen Leben. Sie ist glücklich, weil sie um ihr unbedingtes Angewiesensein auf diese Liebe von »anderswoher« weiß. Das innere Beten, das sie für sich entdeckt, dieses »Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt« – das macht sie glücklich.

Teresa entwickelt eine Mystik des Dialogs. Sie erfährt, dass die fürsorgliche göttliche Gegenwart in ihr selbst wohnt. Was gibt es Besseres, als sich dieser Wirklichkeit immer neu zuzuwenden, sich ihrer zu vergewissern und sich mit ihr auszutauschen? Bei dieser verweilenden Kommunikation allerdings nehmen das Schweigen und Hören mehr Raum ein als das Reden.

Wie »eine orientalische Perle«, wie »eine Zwergpalme, die viele Schalen hat, die all das Köstli

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