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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2021
Der Inhalt:

Klimakrise
Mehr Apokalypse wagen?

Der Theologe Gregor Taxacher sieht die Gegenwart als apokalyptische Zeit, der Religionswissenschaftler Alexander-Kenneth Nagel staunt über die Wiederkehr endzeitlicher Deutungsmuster. Beide plädieren dafür, die biblische Apokalypse nicht den Fundamentalisten zu überlassen.
Die Bewegung »Extinction Rebellion« nutzt apokalyptische Inszenierungen für die politische Mobilisierung.(Foto: pa/ Taylor)
Die Bewegung »Extinction Rebellion« nutzt apokalyptische Inszenierungen für die politische Mobilisierung.(Foto: pa/ Taylor)
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Publik-Forum: Als Sie die Bilder vom Hochwasser in Deutschland gesehen haben, haben Sie da gedacht: Da sieht man, in welch apokalyptischer Zeit wir leben?

Gregor Taxacher:Nein. Ich sage bei so etwas nicht zufrieden: Der Apokalyptiker ist wieder bestätigt worden. Apokalyptiker sollen alles dafür tun, dass sie nicht recht behalten, und sich freuen, wenn sie nicht bestätigt werden.

Alexander-Kenneth Nagel: Ich nehme als Religionswissenschaftler ja eine Außenperspektive ein und denke deshalb nicht: Oh, ein apokalyptisches Zeichen. Ich denke: Oh, das ist ein Sachverhalt, der als apokalyptisches Zeichen gedeutet werden könnte.

Der Apokalyptiker warnt vor zu viel Weltende-Rhetorik.

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Manfred Bauer
24.09.2021
Das Thema hat mich sehr interessiert, aber den Beitrag fand ich schwer lesbar. Ich habe immer versucht, es mir etwas einfacher klarzumachen: Apokalyptik – das ist das Evangelium für Pessimisten. Trotz aller Katastrophen wird es am Ende gut. Die Botschaft Jesu vom nahe herbeigekommenen Reich Gottes – das ist Evangelium für Optimisten. Es entwickelt sich, langsam, manchmal zu langsam. Aber da und dort ist es schon richtig gut. Zwischen den beiden Varianten hat mir mitunter Vaclav Havel geholfen: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Bernhard Trautvetter
24.09.2021
Gregor Taxachers Behauptung, der »Mensch hat sich in eine permanente Endzeit gebracht«, leitet meines Erachtens auf gefährliche Weise fehl. Diese Sicht lähmt zum einen die Motivation, sich ökologisch zu engagieren, da es ziemlich aussichtslos ist, wenn der Mensch an sich Wurzel des Übels ist. Das aber ist anzuzweifeln. Hundert Konzerne verursachten laut Carbon Majors Database 2017 circa siebzig Prozent des Welt-CO2-Ausstoßes. Das System des unendlichen Wachstums im begrenzten System Erde ist das Problem und nicht der Mensch an sich. Wir können etwas tun, wenn wir uns für eine nachkapitalistische Welt engagieren. Wir dürfen nicht vor der Aufgabe resignieren, dass hier große Probleme zu bewältigen sind.
Georg Lechner
18.09.202116:18
Eine Räterepublik erscheint manchen wegen der plutokratischen Deformation der repräsentativen Demokratie durchaus wünschenswert: Nach deren Vorstellung sind die gesetzgebenden Organe an das Votum der Wähler_innen gebunden statt an das Schielen der Parteizentralen auf Geldgeber der Wahlkämpfe und ihre medialen Höllenhunde. Als Beispiel: Im Oktober 2004 sprach sich die Spitze des Österreichischen Gewerkschaftsbundes deutlich gegen den "Verfassungs"vertrag aus und fiel bei der Abstimmung im April 2005 in Personalunion (Verzetnitsch, Csörgits, Neugebauer, ...) um. Auch angesichts der erkennbaren Ansätze der regierenden ÖVP, den Green Deal der EU "demokratisch legitimiert" zu unterlaufen, verstehe unterlaufen, verstehe ich die Sympathien von Extinction Rebellion für eine Räterepublik.
Gerhard Joseph Lindenthal
05.09.202113:48
Wenn ich das Gespräch richtig verstanden habe, dann sagt Alexander-Kenneth Nagel, das Geschehen der außergewöhnlichen Hochwasserflut in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Juli 2021 sei „ein Sachverhalt, der als apokalyptisches Zeichen gedeutet werden könnte“. Genau das hebt aber schon die Joh.-Apok. hervor, die 6, 8 c schreibt: zu töten in einem Krieg, in einer Hungersnot, in einer (Todes-)Seuche und durch die wilden Bestien der Erde, das sind bestialische Natur-Katastrophen. Genau diese vier von der Joh.-Apok. erwähnten endzeitlichen Kategorien, die auf den vierten apokalyptischen Reiter zutreffen, der der Tod genannt wird, erstens Kriege, zweitens Hungersnöte, drittens Seuchen und viertens bestialische Natur-Katastrophen, wie nie dagewesene Erdbeben, gigantische Wirbelstürme, ungeahnte Hochwasserfluten durch Starkregeneinwirkung, erleben wir gegenwärtig.