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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2013
"Wir brauchen einen toleranten Islam"
Malis höchster Iman Mahmoud Dicko kämpft für seine Vision
Der Inhalt:

Konfliktbereit für die Armen

von Georg Hupfauer vom 17.07.2013
Immer mehr Menschen sind trotz Arbeit arm. Doch die Kirchen folgen weitgehend dem neoliberalen Mainstream. Teil 4 der Publik-Forum-Serie »Aktion Sozialwort 2013«
Georg Hupfauer, KAB: »Arbeit als Ausdruck einer sozialen Tätigkeit, gar als Mittun an der Schöpfung Gottes wird für viele angesichts von Angst, Druck sowie seelischen und körperlichen Belastungen zu einer abstrakten Formel.« (Foto: privat)
Georg Hupfauer, KAB: »Arbeit als Ausdruck einer sozialen Tätigkeit, gar als Mittun an der Schöpfung Gottes wird für viele angesichts von Angst, Druck sowie seelischen und körperlichen Belastungen zu einer abstrakten Formel.« (Foto: privat)

Die beiden großen Kirchen arbeiten an einem neuen Sozialwort. Allerdings wird es hinter verschlossener Tür geschrieben, ohne Beteiligung der Basis. Die von den massiven Veränderungen in der Arbeitswelt betroffenen Menschen kamen dagegen beim Sozialwort von 1997 noch selbst zu Wort. Und zwar durch den Konsultationsprozess im Vorfeld des Sozialworts.

Dadurch wurden die Arbeitslosigkeit und ihre Ursachen in strukturelle Zusammenhänge gestellt. Und es wurden die Folgen der Arbeitslosigkeit entgegen der weit verbreiteten »Faulheitsunterstellung« zurechtgerückt, etwa wenn das Sozialwort von Langzeitarbeitslosen als »Menschen ohne Erwartungen« spricht.

Es waren diese Aussagen und Analysen, die dem Sozialwort von 1997 über den kirchlichen Raum hinaus Resonanz in der Arbeitnehmerschaft garantierte. Das Sozialwort ist bis heute ein guter Nährboden, um Solidarität und Gerechtigkeit in der Arbeitswelt auf die Tagesordnung zu setzen, unkonventionelle Bündnisse zu schmieden und politisch aktiv zu werden.

Dabei können wir aber nicht stehen bleiben. Denn seit 1997 haben sich die Ungerechtigkeiten dramatisch verschärft. Die Deregulierung des Arbeitsmarktes durch die sogenannten »Hartz-IV-Gesetze« hat eine Abwärtsspirale eröffnet. Der Kern der Erwerbsarbeitsgesellschaft, nämlich gesellschaftliche Integration und soziale Sicherheit über Erwerbsarbeit erreichen zu können, ist ausgehöhlt.

Acht Millionen Menschen, vor allem Frauen, arbeiten zu einem Lohn, der ein Hohn ist: »Trotz Arbeit arm!« Erwerbsarbeit wird weit

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