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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2020
Mahlzeit!
Mikroplastik – die allgegenwärtige Gefahr
Der Inhalt:

Huren und Heilige

von Britta Baas vom 08.03.2020
Sie dürfen nicht Priesterin, nicht Imamin und nur selten Rabbinerin sein. Ihre Religionen wurden von Männern gegründet und kontrolliert. Frauen, die aufbegehren, werden bis heute sexistisch beschimpft. Warum? Eine Frage zum Weltfrauentag
Weiblicher Widerstand gegen männliche Religion: Junge Jüdinnen der Initiative »Women of the Wall« an der Jerusalemer Klagemauer (Foto: pa/Shitrit)
Weiblicher Widerstand gegen männliche Religion: Junge Jüdinnen der Initiative »Women of the Wall« an der Jerusalemer Klagemauer (Foto: pa/Shitrit)

Papst Franziskus hat es wieder getan. Zum x-ten Mal in der Geschichte seines Pontifikats hat er sich wertschätzend über Frauen geäußert. Frauen sind ihm so viel wert, dass sie an bestimmten Notwendigkeiten des Lebens nicht teilhaben sollen, damit sie nicht verdorben werden. Nicht an einer gewissen Form von Machtausübung. Nicht an der Priesterweihe. Nicht am männlichen Stil des Lebens. Dieser Stil ergibt sich aus der Definition seines Gegenteils, des »weiblichen Stils«, den der Papst in einem aktuellen Dokument umkreist.

Es sind seine abschließenden Worte zur römischen Amazonas-Synode vom Oktober 2019. Jetzt, im Februar, hat Franziskus mit der von ihm vertretenen »Anthropologie der Frau« allen Reformideen der Synode zur Lösung des Priestermangels in Lateinamerika eine Absage erteilt. Es soll auch künftig keine Frauen geben, die Priesterin sind. Das wäre aus Sicht des Papstes die falsche Macht für die Frauen: »Denn der Herr wollte seine Macht und seine Liebe in zwei menschlichen Gesichtern kundtun: das seines göttlichen menschgewordenen Sohnes und das eines weiblichen Geschöpfes, Maria. Die Frauen leisten ihren Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise und indem sie die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben.«

Die Frau als marianisches Wesen, das vor der Weihe geradezu bewahrt werden muss: Dieses Bild bringt Lisa Kötter von der katholischen Reforminitiative Maria 2.0 auf die Palme. »Mit selbstbestimmter Teilhabe hat diese Zuweisung nichts zu tun«, sagt sie. Es sei eine Fremdbestimmung, die nicht aus der Offenbarung des Christentums, sondern aus den Geschlechterbildern der Kirche komme – und aus dem Machtwillen der Männer.

Hass auf unang

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