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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2017
Glauben Männer anders?
Das schillernde Verhältnis von Männern zur Religion
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Glauben Männer anders?

von Hartmut Meesmann vom 22.09.2017
Das schillernde Verältnis von Männern zur Religion. Wo sie nach Sinn suchen und warum Jesus für sie meist kein Vorbild mehr ist. Die Titelgeschichte in der neuen Publik-Forum-Ausgabe
Männer und Religion: Am Beginn der Menschheitsgeschichte eine feste Verbindung mit Machtpotenzial, suchen Männer heute oft erfolglos nach religiösen Vorbildern und einer tragenden Spiritualität. Woran liegt das? (Foto: Everst/istockadobe.com)
Männer und Religion: Am Beginn der Menschheitsgeschichte eine feste Verbindung mit Machtpotenzial, suchen Männer heute oft erfolglos nach religiösen Vorbildern und einer tragenden Spiritualität. Woran liegt das? (Foto: Everst/istockadobe.com)

Einmal im Jahr fährt Christian für eine Woche auf eine Nordsee-Insel. Allein. Der Endfünfziger möchte Zeit für sich haben. Abschalten in der Natur, beim Spaziergang am Strand. Nachdenken über sich selbst, über sein Leben, über Gott. Oder auch an gar nichts denken. »Da kann ich auftanken«, sagt Christian.

Viele Männer – vor allem aus der Mittelschicht und sozial bessergestellten Kreisen – wollen neue Kraft schöpfen beim Sport, beim Musikmachen mit Freunden, beim Basteln und Werkeln. Vor allem aber in der Natur: beim Mountainbikefahren, bei Kanutouren, beim Klettern oder Wandern. »Gegenwelten« nennen das die Autoren der Studie »Was Männern Sinn gibt«, die von der Universität Bayreuth 2005 veröffentlicht wurde. Gemeint sind Gegenwelten zur Fremdbestimmung im Beruf oder zum Stress im Familienalltag. »Viele Männer wollen sich selbst einfach mal wieder spüren«, hat Andreas Ruffing beobachtet, der die katholische Männerarbeit in Deutschland mitgeprägt hat. »Da der Druck insgesamt in unserer Gesellschaft zugenommen hat, haben viele Männer, regelrecht atemlos geworden, das Bedürfnis, mal wieder richtig durchzuatmen«, sagt der Theologe.

Naturmystik in den Bergen

Die Naturbegeisterung der Männer bestätigt eine Umfrage unter 2400 Frauen und Männern in Deutschland, die 2009 erschien (»Männer in Bewegung«). In ihr finden sich auch spirituelle und religiöse Aspekte. So spricht eine Reihe von Männern von »Transzendenzerfahrungen«, die sie in der Natur machten. Von »Ehrfurcht« und dem »Gefühl der Demut« ist die Rede und dass sie sich als »Teil eines Ganzen«, »von Gott, vom Göttlichen oder so etwas« empfänden.

Dies kann Diakon Stephan Burghardt, in der württember

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