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Familie und Sex: Ein Bischof kritisiert die römische Lehre

von Thomas Seiterich vom 05.09.2014
Sexualität, Ehe und Familie: In keinem anderen Bereich ist die römische Kirchenlehre so dogmatisch. Doch jetzt fordert ein belgischer Bischof einen anderen Kurs
Johan Bonny: Er äußert scharfe Kritik über die negativen Folgen päpstlicher Dokumente zu Familie und Sex (Foto:  Lenoir/Reuters)
Johan Bonny: Er äußert scharfe Kritik über die negativen Folgen päpstlicher Dokumente zu Familie und Sex (Foto: Lenoir/Reuters)

Es entflammt im Vatikan ein Kampf um die Kirche. High Noon ist demnächst im Oktober. Denn Papst Franziskus lädt vom 4. bis 19.Oktober zu einer weltweiten Bischofssynode nach Rom. Heikles Thema: Familie, Sexualität, sexuelle Minderheiten sowie der Ausschluss der geschiedenen und wieder verheirateten Katholiken von der Kommunion und anderen Sakramenten.

In keinem anderen Bereich ist die römische Kirchenlehre so unbarmherzig hart, wie bei der Ehe- und Familienlehre. Und zugleich so weit entfernt vom Leben und Glauben der Christen.

Die Konservativen sammeln ihre Bataillone

Es wird auf der Versammlung der Oberhirten heiß gestritten werden. Seit Monaten sammeln die konservativen Beton-Kardinäle ihre Bataillone. Diese Weltfremden wollen keinerlei Änderung am strengen Kurs der Verbote. Gegen sie meldet sich nun kräftig ein belgischer Bischof zu Wort. Er stellt sich auf die Seite all der Reform-hungrigen Gläubigen: Johan Bonny (59), der Diözesanbischof von Antwerpen.

Johan Bonny zieht eine »vernichtende Bilanz«, so das Urteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hinsichtlich Humanae Vitae, der »Pillen«-Enzyklika von Papst Paul VI., und des fatalen Lehrschreibens Familiaris consortio des Polen Johannes Paul II. Denn zerstörerisch seien viele darin enthaltenen moralischen Weisungen der Päpste. In einer 23-seitigen Denkschrift hält Bischof Bonny Paul VI. und Johannes Paul II. vor, in Fragen von Ehe, Sexualität, Familie und Beziehung mit der auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil praktizierten Kollegialität von Bischofskollegium und Papst gebrochen zu haben.

Wider die päpstliche Verbotskultur

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