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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Evangelische Kirche: Markt statt Geist

von Wolfgang Kessler vom 16.11.2011
Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung fordert die EKD. Doch warum lebt sie diese Ziele dann nicht? Mit diesem Thema befasst sich auch die Publik-Forum Umfrage, stimmen Sie mit ab!
Demonstration zur EKD-Synode: Das Kirchenparlament beharrte auf dem Sonderweg der Kirche im Arbeitsrecht samt Streikverbot und wandte sich zugleich gegen Missstände in der Diakonie (Foto:epd/Neetz)
Demonstration zur EKD-Synode: Das Kirchenparlament beharrte auf dem Sonderweg der Kirche im Arbeitsrecht samt Streikverbot und wandte sich zugleich gegen Missstände in der Diakonie (Foto:epd/Neetz)

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich viel vorgenommen. Ihre Synode endet mit einem Aufruf zu weltweiter Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung. »Die Christen müssen an der Seite Gottes zu ihren Mitmenschen gehen, um Gerechtigkeit, Liebe und Wahrheit in die Welt zu bringen«, sagte der westfälische Präses Alfred Buß. Dieser hohe Anspruch trifft durchaus die Herausforderungen der Zeit. Ob die evangelische Kirche ihren Anspruch einlösen kann, hängt jedoch weniger davon ab, ob sie den christlichen Glauben »in die Welt bringt«, als davon, ob sie ihn lebt. Doch damit hapert es gewaltig.

Anpassung an den wirtschaftsliberalen Zeitgeist

Nicht wenige Protestanten kritisieren, dass sich viele kirchliche Einrichtungen immer stärker dem wirtschaftsliberalen Zeitgeist angepasst hätten – statt widerständig zu handeln, wie es zur protestantischen Tradition gehört. Es beginnt beim Einkaufen.

Nach einer Studie des evangelischen Hilfswerkes Brot für die Welt geben kirchliche Institutionen nur zehn Prozent ihrer jährlichen Ausgaben für Lebensmittel aus ökologischem Anbau und für Waren aus fairem Handel aus. Offenbar ist Geiz auch in der Kirche geil. »Der Ruf der Kirchen nach einer gerechten Wirtschaftsweise und einem nachhaltigen Lebensstil richtet sich nicht nur an andere, sondern zunächst an sie selbst«, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Chefin von Brot für die Welt. Doch dieses Bewusstsein fehlt offenbar auch vielen Kirchenoberen. Von Ausnahmen abgesehen fahren Bischöfe und Kirchenpräsidenten überaus durstige Dienstwagen, so die

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