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Es ist irgendwie seltsam, nirgendwo hinzumüssen

vom 06.04.2020
von Charlotte Sarmont

Ich bin am 1. April endlich volljährig geworden, einen Tag vorher habe ich mein schriftliches Abitur beendet. Vor den Prüfungen war man zu Hause immer gut beschäftigt mit Lernen, jetzt hat man Zeit zum Nachdenken und zum Überarbeiten der »Nach-der-Schule-Pläne«, denn mit Reisen wird es wohl eher nichts. Meine Abi-Zeit habe ich mir nicht so vorgestellt, und einerseits macht es einen ziemlich traurig, auf Dinge zu verzichten, die sonst so selbstverständlich wären, aber es hat auch seine positiven Seiten.

Es ist irgendwie seltsam, nirgendwo hinzumüssen, man hat plötzlich so viel Zeit für sich, man schreibt Dinge auf und merkt, was man eigentlich alles machen will. Ich zum Beispiel lerne jetzt endlich Gitarre spielen. Eine Sache, die mir hilft, einen klaren Kopf zu bekommen, und die ich gerne weitergeben würde, ist Yoga. Yoga bedeutet Einheit, und das stimmt auch, man wird eins mit dem Universum und sich selbst. Der Gedanke, dass ich meine Energie teilen kann, beruhigt mich und gibt mir Kraft. Während des Meditierens schicke ich meine Energie in den Raum, dabei denke ich an meine Großmutter, meine Eltern, aber auch an meine Freunde. Meine Yogalehrerin bietet an, zu einer gleichen Zeit zu meditieren, dadurch fühlt man sich in Gemeinschaft. Vielleicht bildet man es sich auch ein, die Energie der anderen zu spüren, trotzdem ist es ein schönes Gefühl zu wissen, nicht allein zu sein. Es ist ein bisschen wie Beten, nur ist es ohne Worte. Stattdessen betet man nur mit seinen Emotionen.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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