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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2015
Die bedrohte Demokratie
Der Inhalt:

Ein Jahr Tebartz-freie Zeit

von Susanne Schmidt-Lüer vom 21.01.2015
Skandalbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat Limburg verlassen – und nun? Fast ein Jahr ist es her, dass Papst Franziskus den unfreiwilligen Rücktritt des als »Protzbischof« verschrieenen Oberhirten verkündete; im September erst ging er dann wirklich. Die Vergangenheit wirft lange Schatten. Noch immer ist das Bistum auf der Suche nach sich selbst
Der Dom zu Limburg: Ein verwundetes Bistum versucht den Blick nach vorn. (Foto: pa/ Rumpenhorst)
Der Dom zu Limburg: Ein verwundetes Bistum versucht den Blick nach vorn. (Foto: pa/ Rumpenhorst)

Seit im September Umzugswagen von Limburg nach Regensburg rollten, ist der zurückgetretene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst räumlich abwesend. Wie kein zweiter hatte er das Bistum zwischen Westerwald und Frankfurt mit dem Ruch von Lügen und Luxus belegt. Doch wie stark wirkt sein autoritärer Führungsstil noch nach? Wie tief sitzen die Verletzungen, die der Geistliche gemeinsam mit anderen Mitarbeitern Andersdenkenden zufügte? Und welche Schäden hinterließ er bei denen, die sich mit Herz und Seele der katholischen Kirche zugehörig fühlen? Die Kirchenaustritte waren im vergangenen Jahr im Bistum Limburg sprunghaft gestiegen. Zeit für eine erste Bilanz.

Ärger und verletzte Gefühle

Im Bad Homburger Gemeindezentrum St. Marien betonen Menschen bei einer lebhaften Podiumsdiskussion zur Zukunft des Bistums, dass sie sich eine Kirche wünschen, »in der man Kritik üben darf, die auch angenommen und bedacht wird«. Über eine vom Bistum eingerichtete Telefon-Hotline konnten zwischen September und November vergangenen Jahres kirchliche Mitarbeiter anonym ihren Frust loswerden; über hundert Anrufe zeigen, wie tief der Ärger und die verletzten Gefühle sein müssen. Die Gesprächsinhalte sollen demnächst veröffentlicht werden. Persönliche Gespräche mit der Bistumsleitung seien auch weiterhin möglich, betont Bistumssprecher Stephan Schnelle.

Deutlich wurde in den vergangenen Monaten, wie massiv in Zeiten des Tebartz-van Elst Druck ausgeübt und mit Einschüchterung gearbeitet wurde. Ein Indiz dafür ist zum Beispiel die erleichterte Mitteilung der Mitarbeitervertretung vom Dezember, dass in der Bischofsregistratur keine Dossiers über Beschäftigte gefunden wurden

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