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Geschichte
Die Klage aus den namenlosen Kindergräbern

Auf dem Gelände katholischer Internate in Kanada sind namenlose Kindergräber gefunden worden. Sie erinnern an das grausame Schicksal indigener Kinder und an die Zerstörung der indigenen Kultur durch Staat und Kirche.
von Manuel Menrath vom 22.08.2021
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Kreuz und Kleidchen: An diesem Ort wurden tote Kinder anonym beerdigt. (Foto: PA/Zumapress/Darryl Dyck)
Kreuz und Kleidchen: An diesem Ort wurden tote Kinder anonym beerdigt. (Foto: PA/Zumapress/Darryl Dyck)

Im Mai wurden die sterblichen Überreste von 215 indigenen Kindern auf dem Gelände der katholischen Kamloops Indian Residential School im kanadischen Westen gefunden. Bis Juli identifizierten Spezialisten 1500 ungekennzeichnete Gräber in der Nähe ehemaliger Internate. Die schrecklichen Funde machen deutlich, dass das weltoffene Kanada eine düstere Vergangenheit hat, deren Schatten in die Gegenwart reichen. Zudem offenbaren sie, dass christliche Missionare als Handlanger des Staats am kulturellen Genozid an der indigenen Bevölkerung mitwirkten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Schließung der letzten Residential School 1996 durchliefen etwa 150 000 indigene Kinder diese Umerziehungsanstalten. Der Staat gründete 139 solcher Internate und ließ sie von der anglikanischen, katholischen, methodistischen oder presbyterianischen Kirche betreiben. In ihrem missionarischen Eifer führten die Kirchen die Schulen besonders kostengünstig. Gesetzliche Grundlage bildete der Indian Act von 1876.

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Schlagwörter: Genozid Indigene Kanada Mission
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