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Der Riese Anoroc

vom 16.05.2020
von Aloisia Johanna Halsmayer, Hall (Österreich)

Ich habe sie auch erfahren: die Liebe und Anteilnahme und Sorge – um uns Alte!

Ich bin in einem Betreuungsheim in Hall untergebracht. Meine Mitbewohner und ich werden liebevoll, aufmerksam betreut, geschützt. Wir haben hier ein Zuhause. Wir spüren die Krise insofern, dass wir keine Besuche bekommen dürfen. Telefon ist da ein guter Vermittler nach »draußen«!

Die Schwestern haben Schüler angeregt, uns zu schreiben, Zeichnungen anzufertigen. Ich staunte über deren Resultate. Besorgt sind sie um unsere Gesundheit und Mut machend: »Haltet durch!« Ich bin so gerührt und berührt! (Bin eine Urgroßmutter.) Meine »Kinder« gehen in die Volksschule. So erzähle ich ihnen von unserem Kampf gegen das Virus Folgendes:

Zwei Riesen – Corona und der zweite Riese, er heißt (Buchstaben umgedreht) »Anoroc« – streiten darum, wer der Stärkere ist. Wenn Anoroc siegt, dann geht Corona von der Erde weg. So bittet der Riese Anoroc alle Menschen, alle großen, alle kleinen, ihm zu helfen. Und so können wir es schaffen: unbedingt und immer wieder Hände waschen. Wenn du husten musst: dann in die Ellenbeuge. Bitte gehe nicht ohne Mund-Nasen-Schutz auf die Straße, in ein Geschäft, schon gar nicht zur Freundin. Wenn du sie lieb hast und willst, dass sie gesund bleibt, darfst du nicht zu ihr! Omi und Opi dürfen auch nicht kommen. Das ist sehr traurig. Aber Zähne zusammenbeißen und ins Gedächtnis rufen: Wenn wir alle uns daran halten, dann gelingt es uns, dem Riesen Anoroc zu helfen – denn gemeinsam sind wir stark.

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So habe ich auf meine Art und Weise die Kinder unterstützt zu befolgen, was Mutter, Vater verlangen. Die Kinder, quietschlebendig und bewegungsliebend, sind die Bedauernswerten; und ihre Eltern, vor allem die Muttis, sind gefordert unter der doppelten und dreifachen Belastung.

Bitte bleiben Sie gesund, Gott behüte Sie!

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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